19Apr

Ja es gibt ihn – den Osttiroler Spargel!!!

Essen & Trinken / GastautorIn

Meine Frau und ich sind nicht nur Osttirols einzige Spargelbauern, sondern auch Österreichs einzige Spargelbauern, die mit effektiven Mikroorganismen (EM) arbeiten. Und das tun wir seit Jahren mit Leidenschaft am Michelerhof in Lavant.

Josef und Elisabeth Kaplenig leben für den Osttiroler Spargel.

Mit dem Spargelanbau in Osttirol startete ich am jahrhundertealten Michelerhof in Lavant mit voller Euphorie vor 25 Jahren. Ich begann langsam mit zwei, drei Reihen. Erst im dritten Jahr nach dem Pflanzen kann man die ersten Spargeln ernten. Dann aber jährlich. Damals war ich noch ein junger Bursche, der dafür sehr belächelt wurde, aber meine Vision ging auf. Mittlerweile gedeihen meine weißen und grünen „Osttiroler Spargel“ (geschützte Marke) auf dem heute 1,5 Hektar großen Feld „in der Aue“ bestens. An warmen Tagen wachsen sie sogar bis zu 10 cm täglich! Nach den Hochwasserkatastrophen Mitte der 60er Jahre schwemmte das Drau -Wasser viel Sand auf die Felder. Es wurden daraus Schwemmlandböden, die perfekt für den Spargelanbau sind. Ein Spargelbauer, der zu Gast war, hatte mich darauf aufmerksam gemacht.

Effektive Mikroorganismen

Mittlerweile übt auch meine Ehefrau Elisabeth den Spargelanbau mit voller Leidenschaft aus. Auch unser fünfzehnjähriger Sohn Lukas liebt die Arbeit. Heute haben wir 21 Reihen mit weißem Spargel und sechs mit grünem.

Wir sind von Grund auf einen anderen Weg gegangen. Bereits im sechsten Jahr arbeiten wir schon mit effektiven Mikroorganismen (EM), die überall in der Natur vorkommen und vor allem aus Milchsäure- und Hefebakterien bestehen. Also sie sind eine rein biologische Sache, die in konzentrierter Form noch mehr Vorteile bringen. EM lockern den Boden auf und wärmen ihn bis 40 cm Tiefe. Somit läuft das Aufwachsen der Spargel kontrolliert ab, und die Ernte beginnt um rund 14 Tage früher. Heuer war es bereits der 10. April. Sprich, es gibt ab sofort den Osttiroler Spargel für euch!

„Allein“ in Österreich

Die effektiven Mikroorganismen, die sich laufend vermehren, sprühen wir einerseits auf, andererseits werden sie mit dem Kompost, Pferdemist und dem Biolit-Steinmehl eingebracht. Und sogar nach der Ernte tauchen wir die Spargeln in EM-aktiviertes Wasser. Mit EM ist das Wachstum kontrollierter, die Stangen sind fester und der Geschmack ist besser.

Wir sind bislang die einzigen Spargelbauern Österreichs, die diese Methode anwenden. Man muss natürlich auch daran glauben und dran bleiben. Es ist kein Wundermittel.

Ernte bis 24. Juni

60 Prozent der Spargelernte werden ab Hof verkauft. Auch etliche gute Restaurants und Geschäfte im Lienzer Talboden und Umgebung sowie in Oberkärnten bieten unseren „Osttiroler Spargel“ an. Auch wir selbst essen den Spargel sehr gerne. Am liebsten mit zerlassener Butter, Schnittlauch, Frühkartofflen und einem Glas österreichischen Weißwein. Weißer Spargel wird eher gekocht, grüner eher gebraten.

Und die Frische des Spargels erkennt man daran, dass es `quietscht`, wenn man die Stangen aneinander reibt.

Die Erntezeit dauert bis zum Johannestag (24. Juni). Ganz nach dem Sprichwort: Kirschen rot, Spargel tot. Mittlerweile bäckt ein heimischer Bäcker mit den „Osttiroler Spargeln“ Spargelbrote und ein Schnapsbrenner, ebenfalls aus Osttirol, stellt Spargelschnaps her, der beim Bewerb „Destillata 2009“ sogar die Bronzener einheimste.

Das Dreamteam aus Osttirol: Elisabeth, Lukas und Josef Kaplenig.

Das Dreamteam aus Osttirol: Elisabeth, Lukas und Josef Kaplenig.

Logo Osttiroler Spargel

 

 

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