10Nov

Skitourenwoche in Osttirol: Unbezahlbar! (Teil 2)

Gastbeiträge / GastautorIn

Nach einer kurzen Pause auf der Adlersruhe legten wir die Skier ab und die Steigeisen an. Chris nahm uns ans Seil. Ab nun an ging es steil bergauf. Durch Fels, Eis, Schnee.

Ich muss sagen, dass ich so etwas vorher noch nie gemacht habe. Und mir ist bewusst dass ich die dabei gefühlte Sicherheit Christian zu verdanken habe. Es gab wirklich keinen Moment in dem ich mich unsicher fühlte oder Angst hatte. Seine Ruhe übertrug sich automatisch. Er war sehr achtsam und erkannte sofort die heiklen Momente, gab die entsprechenden Tipps und Tricks und weiter ging es, wie wenn nix wäre.

Es war stellenweise anstrengend, aber ein Blick genügte, egal in welche Richtung und der nächste Endorphinschub kam. Es war einfach nur traumhaft. Der blaue Himmel, der Schnee, dieser Kontrast, das Panorama beim Blick zurück. Soviel Berge und Gipfel, die einem im wahrsten Sinne zu Füßen lagen, weil wir schon so hoch oben waren.

Ab nun an ging es steil bergauf. Durch Fels, Eis, Schnee.

Ab nun an ging es steil bergauf. Durch Fels, Eis, Schnee.

Es kam dann eine Passage wo nicht viel Zeit zum Schauen war. Jeder Schritt musste konzentriert gesetzt werden, Seil gespannt etc. und so passierte es dass ich dann irgendwann oben war, es muss nachdem Kleinglockner gewesen sein, und endlich wieder zurückschauen konnte.

Tausend Gipfel bis zu den Dolomiten

Ich war überwältigt. Der Blick auf den Grat und dahinter die tausend Gipfel bis zu den Dolomiten. Und das alles unter mir. Dann der Anblick der letzten Passage. Nach dem Motto „da bin ich rauf?“. Die Tränen kamen unweigerlich, vor Glück, vor Überwältigung. Die Geburtstage meiner 2 Kinder waren die schönsten 2 Tage. Das jetzt war mit Sicherheit der 3. schönste Tag in meinem Leben!

Bald waren wir dann am Gipfel, einige Minuten sogar alleine.

Bald waren wir am Gipfel, einige Minuten sogar alleine.

Es sind Momente wo man mit jeder Faser spürt dass man nichts braucht außer sich selbst und das was die Natur zu bieten hat. Kein Diamant der Welt könnte mir dieses Gefühl geben.

Bald waren wir dann am Gipfel, einige Minuten sogar alleine. Das Gipfelkreuz ist schon sehr speziell und fotogen. Ab dann ging es leider wieder abwärts. Ich gehör zu denen die das rauf mehr genießen als das runter. Obwohl die lange Abfahrt wirklich super war – edle Passagen mit Pulver und Firn.

Der Blick auf den Grat und dahinter die tausend Gipfel bis zu den Dolomiten

Der Blick auf die tausend Gipfel bis zu den Dolomiten

Am nächsten Tag war dann das Wetter leider schon schlechter, wir machten aber natürlich trotzdem eine super Tour. Diesmal gingen auf das Figerhorn. Am Weg dorthin haben wir zwei Steinadler gesehen. Von den vielen Schneehasen habe ich diesmal leider nur die Spuren gesehen.

Was ich sehr nett fand dass es nach den Touren immer noch einen gemütlichen Ausklang in den Hütten gab.

Ein Tag später legte ich einen Ruhetag ein, da ich schon 2 Tage vor der eigentlichen Skitourenwoche unterwegs war. Diese 2 Tage davor möchte ich auch nicht unerwähnt lassen. Das Wetter war da nämlich noch genauso perfekt wie am Glocknertag. Am ersten Tag machte ich mit Martin eine Tour über die Glorer Hütte. Landschaftlich wunderschön. Martin frischte mit mir die Basics des Skitourengehens auf, inklusive Spitzkehrentechnik. Ein großer Dank an ihn, dass er mir das trotz seiner gerade erst operierten Hüfte gezeigt und mich so glocknertauglich gemacht hat! Am 2. Tag ging es mit Michl aufs Böse Waibl. Eine ganz spezielle Tour. Landschaftlich ein Spektakel und die Abfahrt Richtung Lesach sensationell!

Bei der Glorerhütte ist es landschaftlich wunderschön

Bei der Glorerhütte ist es landschaftlich wunderschön

Donnerstags in der Skitourenwoche machten wir wetterbedingt eine kleine Tour. Dafür war die nun wieder besonders weil wir da zur Privathütte eines Kalser Bergführers gingen.

Hüttenschnaps und Austropop

Chris machte Feuer und sorgte für Wärme in der Hütte, Hüttenschnaps und viel Spaß. Er schnappte sich die Gitarre und wir sangen gemeinsam Austro-Pop und anderes. Es war wirklich sehr sehr nett! Danach gab es Lawinenübung. Mit allem Ernst der notwendig ist – ich hab jetzt wirklich Ahnung vom Suchen!- und natürlich auch Spaß (wenn man den Lawinenpieps ins Klo versteckt bekommt, es bis zum Schluss nicht checkt, weiter im Schnee sucht und sich alle todlachen).

Am letzten Tag war schon richtig schlechtes Wetter. Trotzdem waren alle „ready“. Wir wollten dann aber doch nicht am nächsten Tag in der Zeitung stehen und sind aufgrund der zu hohen Lawinengefahr umgekehrt. Auch das gehört dazu. Außerdem wollten wir fit sein für den Abschlussabend im Hotel Taurerwirt.

Das war wirklich gelungen und ein absolut würdiger Abschluss!

Adressen ausgetauscht, prima gegessen, nochmal gemeinsame Momente reflektiert, bevor es dann an die Urkundenverleihung der Gipfelbesteigung ging.

Fantastisch war auch hier, dass sich Christian die Mühe machte alle Fotos von den Leuten der verschiedenen Gruppen einzusammeln und für jede Gruppe einen mit Musik unterlegten Film daraus zu machen.

  • Der blaue Himmel, der Schnee, dieser Kontrast, das Panorama beim Blick zurück.
    Der blaue Himmel, der Schnee, dieser Kontrast, das Panorama beim Blick zurück.

Meine Schlussworte: „Wer die Skitourenwoche in Osttirol nicht macht ist selber schuld!“

Danke an Christian Riepler, die Bergführer in Kals und die Familie des Hotels Taurerwirt!

Hier geht es zum ersten Teil dieser Geschichte.

Vielen Dank an Susi Lobentanz und Michael Amraser für den Text und die Bilder!

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