09Feb

Schloss Bruck – Willkommen in Osttirol

Hervorheben Kultur & Tradition /

Wenn ich von Richtung Felbertauern aus nach Lienz fahre, ist das erste, das ich sehe Schloss Bruck. Weil ich gebürtiger Kufsteiner bin, hat das Bauwerk eine ähnliche Signalwirkung wie die Festung in Kufstein. Bei deren Anblick wusste ich stets, dass ich wieder zu Hause war. Erhaben thront auch das Schloss Bruck auf einem Schlossberg und heißt die Besucher oder Vorüberziehende in Lienz willkommen.

Immer wenn ich dieses sehe, dann weiß ich, ich bin jetzt wirklich in Osttirol, einem Bezirk und einem Ort, der mir sehr wichtig geworden und ans Herz gewachsen ist. Schließlich hat es mich in Sachen Liebe immer wieder nach Osttirol verschlagen, denn meine Frau kommt aus Osttirol. Lange Zeit habe ich das Schloss Bruck nur als einen optischen Akzent wahrgenommen. Als ein Symbol, das für mich für Osttirol steht. Das erste Mal, als ich nach Osttirol kam, war Schloss Bruck das mit Abstand markanteste und imposanteste Bauwerk. Es blieb mir in Erinnerung. Und hatte das Zeug dazu eine ganze Region zu repräsentieren. Schließlich beheimatete das Schloss Bruck eine überaus eindrucksvolle Sammlung von Egger-Lienz Bildern, die weit über die Grenzen Tirols und auch Österreichs hinaus bekannt waren.

Ausstellungen im Schloss Bruck

Das Schloss Bruck, das zugleich auch das Museum der Stadt Lienz war, verkörperte inhaltlich und in der Ausrichtung etwas, das auf ganz Osttirol übertragen werden konnte. Die Ausstellungen im Schloss Bruck sind oftmals traditionell und heimatverbunden, niemals aber konservativ oder gar bieder. Hier werden die Wurzeln der Region oftmals reflektiert, aber nicht verabsolutiert. Und immer wieder wagte man sich hier in neue Kunstströmungen hinein. Osttirol war für mich genau so: Traditionsbewusst aber nicht engstirnig. Tief verwurzelt in der Region und zugleich offen für neue Einflüsse und für Neues ganz generell.

Schloss Bruck: Traditionsbewusst und heimatverbunden mit einem Blick fürs Neue 

Von daher möchte ich einen Vorschlag machen: Besucht doch das Schloss Bruck nicht „nur“ als ein Museum unter vielem, dem man einen Pflichtbesuch abstattet weil ein wenig Kultur halt doch sein muss. Seht es nicht als Pflichtprogramm, sondern nehmt das Schloss Bruck als das, was es ist: als „pars pro toto“. Als einen Teil, der fürs Ganze stehen kann. Als einen Ort, an dem ihr komprimiert und konzise formuliert das vorfindet, wofür Osttirol steht.

Lage des Schloss Bruck

Seht auch die Egger-Lienz Dauerausstellung an aber habt auch offene Augen und einen wachen Geist für das aktuelle, neuartige und aktuelle, das immer wieder Einzug in das Schloss Bruck hält. Das gute wird hier bewahrt, beheimatet und zugleich wird das Neue nicht als Bedrohung, sondern als Erweiterung und Ergänzung angesehen. In etwa so ist, für mich, auch ganz Osttirol und dessen Bewohner. Einen besseren Zeitpunkt dafür gibt es kaum, denn demnächst öffnet das Schloss Bruck wieder seine Pforte für Kulturinteressierte. Und die Kombination ist genau so, wie ich mir das vorstelle. Und zum Glück wird dadurch auch meine aufgestellte These gestützt, die darauf abzielt das Schloss Bruck in einer Funktion der Repräsentation des ganzen Bezirkes zu installieren. Der „Totentanz“ von Albin Egger-Lienz ist natürlich immer noch zu sehen. Das ist gut und richtig so.

Zugleich wird es eine Ausstellung geben, die sich „Schlaglicht“ nennt und die die Entwicklung von Lienz und dem Lienzer Talboden photographisch dokumentiert und reflektiert. Zugleich ist mit Leopold Ganzer ein Künstler zu sehen, der sich sowohl der Natur als auch der Abstraktion verschrieben hat. Na wenn das mal keine gelungene Mischung ist! Wenn das mal kein guter Querschnitt ist um zu zeigen, was ein Museum alles kann und soll. Ihr seht also schon: Um das Schloss Bruck, das am 10.05. wieder die Saison eröffnet, wird euch bei eurem nächsten Osttirol-Besuch kein Weg herum führen. Es ist zwar auch von außen schön anzusehen. Aber der Inhalt ist mindestens genauso spannend und interessant. Ein Pflichtbesuch!

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