24Apr

Der Osttiroler im Tor des FC Wacker Innsbruck

Menschen / Felix Kozubek

Zwei Osttiroler sitzen in einem Innsbrucker Cafe, nahe der Uni. Der eine bin ich. Autor. Journalist. Fragensteller. Der andere ist Julian Weiskopf. Gebürtiger Prägrater. Angenehmer Gesprächspartner. Torhüter beim FC Wacker Innsbruck.

Julian galt schon vor einer gefühlten Ewigkeit als die Nachwuchshoffnung im Tiroler Fußball. Zumindest was die Position des Torhüters angeht. Augenzwinkernd und nicht ohne einem breiten Lächeln auf den Lippen, erzählte mir einmal der ehemalige wackere Sportdirektor und Fußball-Ikone Oliver Prudlo von den härtesten und gefährlichsten Vertragsverhandlungen die er je führen musste. Gemeint waren die Gespräche mit den Eltern des damals noch sehr jungen Julian Weiskopf. Hart und gefährlich waren die beiden aber mit Sicherheit nicht. Viel eher waren es die engen Bergstraßen und die steilen Hänge in Prägraten, die den Wahltiroler und Ur-„Wiener“ Oliver Prudlo so nachhaltig beeindruckt haben. Von der Unterhaltung selbst spricht er in den höchsten Tönen. Bodenständig. Ehrlich. Angenehm. Osttiroler eben.

Felix Kozubek: Julian, welche Bedeutung hat Osttirol für dich?

Julian Weiskopf: Eine große. Osttirol ist meine Heimat. Osttirol ist für mich der schönste Teil von Österreich. Die ganze Umgebung. Die Berge. Hier wird mir alles geboten was ich brauche. Ich fahre gerne heim. Osttirol ist ein Rückzugsort für mich. Hier kann ich Kraft sammeln.

Felix: Was machst du wenn du daheim bist? Wie kannst du Kraft sammeln?

Julian: Ich gehe gerne auf den Berg. Bergsteigen ist eine Leidenschaft von mir. Leider habe ich heute dazu nicht mehr viel Zeit. Das war zu Schulzeiten anders. Da bin ich oft rauf und viele Bergtouren gegangen. Manchmal alleine. Sehr oft mit meinem Vater. Aber auch mit Freunden.

Felix: Bergtouren kannst du ja in Nordtirol, rund um Innsbruck, auch machen. Wieso ist gerade Osttirol so ein kraftvoller Ort für dich?

Julian: In Osttirol herrscht einfach viel Ruhe. Es ist nicht so hektisch wie in Innsbruck. Dort leben einfach viel weniger Menschen. Diese Ruhe ist mir wichtig.

Julian Weiskopf ist derzeit die Nummer 2 im Tor des FC Wacker Innsbruck. Als Ersatzmann für den Ex-Nationalgoalie Pascal Grünwald zeigte er immer wieder starke Leistungen und wird zurecht als große Hoffnung für das schwarz-grüne Tor bezeichnet.

Julian Weiskopf ist derzeit die Nummer 2 im Tor des FC Wacker Innsbruck. Als Ersatzmann für den Ex-Nationalgoalie Pascal Grünwald zeigte er immer wieder starke Leistungen und wird zurecht als große Hoffnung für das schwarz-grüne Tor bezeichnet. Foto: www.tivoli12.at

Felix: Die Ruhe die du beschreibst, beschreibt auch deinen Spielstil. Mit deinen 21 Jahren wirkst du schon sehr abgeklärt. Woher kommt das?

Julian: Ja das ist vielleicht wirklich die typische Mentalität in Prägraten. Einen richtigen Prägrater bringt so schnell  nämlich nichts aus der Ruhe. Wenn ich da meinen Vater anschauen, dann hab ich das wahrscheinlich von ihm geerbt. Das kommt mir jetzt als junger Goalie natürlich zu Gute.

Felix: Was ist für dich typisch Osttirol?

Julian: Die Berge. Die Natur. Und Schlipfkrapfen.

Felix: Kommen wir noch einmal zum Sportlichen. Was sind deine nächsten Ziele die du dir gesteckt hast?

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Julian Weiskopf. Foto: FCW

Julian: Das Wichtigste ist natürlich, dass wir den Klassenerhalt schaffen. Das ist das oberste Ziel. Längerfristig gesehen, möchte ich die Nummer 1 im Tor des FC Wacker Innsbruck werden. Dieses Ziel muss ich mir auch stecken. Sonst hätte ich  meinen Beruf verfehlt.

Felix: Du bist in der aktuellen Mannschaft des FC Wacker Innsbruck der einzige Osttiroler, nachdem Marco Köfler damals den Verein verlassen hat. Wie geht es dir da so in der Kabine?

Julian: (lacht) Das passt alles wunderbar. Nur mit der Sprache ist das so eine Sache. Ich muss mich schon manchmal wiederholen, damit die anderen mich verstehen.

Felix: Wie wichtig ist für dich deine Familie? Wirst du oft besucht, oder fährst du häufig heim?

Julian: Meine Eltern kommen zu vielen Spielen raus nach Innsbruck. Ich schaue aber dennoch, dass ich alle zwei bis drei Woche daheim in Osttirol sein kann.

Felix: Danke für das Gespräch Julian.

Julian: Danke.

Fotos: tivoli12.at
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