11Aug

Almsommer in Osttirol: Auf da Alm do gib’s koa Sünd‘

Sport & Aktiv / Luisa Tembler

06:00 Uhr früh – Tagwache, die Kühe im Stall warten schon sehnsüchtig darauf, endlich wieder raus auf die saftigen Almweiden zu kommen. Gleich nach dem Melken des „weißen Goldes“ – wie wir unsere frische Milch gerne bezeichnen, entlassen wir die schönen Pinzgauer Kühe hinaus auf die Wiese.

Ruhe & Genuss auf der Alm

Die Kälber sind gefüttert, die Kühe grasen auf den Almwiesen und jetzt sind wir dran! Nach der anstrengenden Arbeit haben wir schon großen Appetit auf das Almfrühstück: Eier von glücklichen, freilaufenden Hühnern und Speck aus eigener Landwirtschaft – ein wahrer Genuss.

Hinein in die Natur

Frisch gestärkt begeben wir uns auf eine kleine Wanderung. Wir starten taleinwärts in Richtung Kalser Tauernhaus. Entlang des Kalserbaches durchforsten wir das Tal, Natur pur, einzigartige Landschaften und romantische Almen entdecken wir am Wegesrand des gesamten Tales. Direkt hinter dem Kalser Tauernhaus befindet sich auch der Gemeinschaftsstall der Dorferalm.

Professionalität & Qualität

Ein Blick hinein, verrät uns sofort, dass die Arbeit auf dieser Gemeinschaftsalm schon ein bisschen professioneller abläuft. Über 50 Tiere verbringen hier gut behütet den Almsommer. 2 mal am Tag ist auch hier „Melkzeit“. Die Tiere wissen das schon, und verharren geduldig, bis sie in den eigens hergerichteten Melkraum dürfen. Dort bekommen sie auch das Kraftfutter – das „Leckerli“ der Kühe. Die frische Milch wird jeden 2. Tag von der Tirol Milch abgeholt und zu feinsten Produkten weiterverarbeitet.

Entspannung im Dorfertal

Den Nachmittag verbringen wir wieder bei unserer Alm. Das Heu haben wir gestern schon alles eingebracht – der heutige Tag ist zum Entspannen da. Mitten in der NationalparkRegion Hohe Tauern, auf der gemütlichen Terrasse sitzen, und die Seele baumeln lassen – Herz was willst du mehr. Doch die Arbeit ruft auch am Abend wieder. Die Kühe sind schon vor dem Gatter, und auch die Kälber haben wieder Hunger.

Selbergemachtes „Milchmües“

Zum Abschluss gibt’s noch etwas typisches, dass mir meine Oma auf der Alm schon immer gekocht hat. Ein leckeres „Milchmües“, zubereitet in einer alten Pfanne, aus der anschließend traditionell gemeinsam gegessen wird – die Teller sparen wir uns heute! „Mües“ bestreut mit Zimt und Zucker, es gibt nichts Besseres!

Ja, auf der Alm, da gibt’s koa Sünd‘ – die Ruhe herrscht. Auch wenn es für die heimischen Bauern jedes Jahr wieder viel Aufwand und Arbeit bedeutet, der Almsommer in Osttirol ist jedes Jahr wieder etwas besonderes!