22Apr

Den Nationalpark Hohe Tauern erleben

Sport & Aktiv / Felix Kozubek

Atemberaubende Landschaft, unberührte Natur und freilebende Wildtiere in ihrer natürlichen Umgebung – all das erlebt man im Nationalpark Hohe Tauern in Osttirol. Bereits 1981 gegründet,

Steinböcke in ihrer natürlichen Umgebung (c) Norbert Hölzl

Steinböcke in ihrer natürlichen Umgebung (c) NPHT Norbert Hölzl

ist der Nationalpark Hohe Tauern das größte Naturschutzgebiet der Alpen und erstreckt sich über Tirol, Salzburg und Kärnten. Bergmassive wie der Großglockner, oder der Großvenediger ranken in den Hohen Tauern in die Höhe. Allein in den Gebieten in Tirol gibt es circa 10.000 Tierarten und über 1.500 Pflanzenarten. Doch der Nationalpark Hohe Tauern, hat sich nicht nur auf die Erhaltung dieser Gebiete spezialisiert, sondern sieht seine Funktion auch als Naturvermittler. Nationalpark Ranger helfen Kindern und Erwachsenen diese vielfältige Flora und Fauna zu entdecken und zu verstehen.

Der Nationalpark selbst ist in Kern- und Außenzonen gegliedert. Die Kernzonen bilden dabei die unberührten Landschaften, in denen sich die Wildtiere und –pflanzen entfalten können. Die Außenzonen sind die von Menschen bewirtschafteten Flächen. Dazu zählen die Almen, Bergmähder und Wiesen. In jahrhundertelanger Tradition wurden hier Almkulturen geschaffen und besondere Haustiere herangezüchtet, wie zum Beispiel das Pinzgauer Rind, die Noriker oder die Tauernscheckenziege. Das Zusammenleben von Mensch und Natur ist ein weiteres Spezifikum der Hohen Tauern.

Das Frühjahrs- Wandern

Die Frühlingswanderungen starten ab dem 20. Mai 2016. Mit verschiedenen Themenschwerpunkten (Kräuter, Zirben, Bartgeier und Wasser) werden die Besucher in und durch die faszinierende Welt der Hohen Tauern geführt. Mit dabei, erfahrene Ranger die das Gebiet in- und auswendig kennen und allerhand Geschichten über diesen Lebensraum und wertvolle Informationen zu bieten haben.

Murmeltier (c) NPHT Stotter

Murmeltier (c) NPHT Stotter

Eine ganz besondere Wanderung ist dabei die „am Puls der Wildtiere“-Wanderung. Je nach Wetter werden auf diversen Routen Murmeltier, Steinbock und andere Tiere mit einem Beobachtungsfernrohr, auch genannt Spektiv, von Swarovski Optik beobachtet. Wenn man besonderes Glück hat, so kommt man auch in den einzigartigen Genuss einen Steinadler in freier Wildbahn fliegen zu sehen. Der genaue Startpunkt und die genaue Route werden wetterabhängig, kurzfristig festgelegt. Eine Woche vor Start der Wanderung wird der Startpunkt auf der Hompage bekannt gegeben. Hier erfährt man zudem alle wichtigen Zusatzinformationen rund um das festgelegte Programm.

Die Ranger

„Ranger“ ist ein Begriff, den man eigentlich nur aus Nordamerika (Kanada und USA) kennt. Nun tritt der Begriff im Zusammenhang mit Nationalparks auch in Österreich immer häufiger auf. Doch was ist eigentlich ein „Nationalpark Ranger“ und was zählt zu seinem Tätigkeitsfeld? Die Ranger haben im Nationalpark Hohe Tauern wichtige Aufgaben zu erledigen und sind das ganze Jahr im Einsatz. Sie führen Besucher und Besucherinnen ganzjährig durch die Bergwelt, betreuen Schulen (darunter auch 17 Partnerschulen), kommen Wartungsarbeiten auf den Wegen nach und betreiben Monitoring, sprich

Sicht auf den Großglockner (c) NPHT Gruber

Sicht auf den Großglockner (c) NPHT Gruber

Beobachtung der Tiere. Dabei leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Schaffung von Lebensräumen. Die Ranger sind fachlich und pädagogisch ausgebildet und zertifiziert. Sie können durch ihr Wissen und ihre Erfahrung ganz besondere Geschichten erzählen und helfen so, die Flora und Fauna der Bergwelt besser zu verstehen.

Das Nationalparkhaus in Matrei

Einen Nationalpark gibt es allerdings nicht nur bei schönem Wetter, wie man ob der schönen Bilder (links) denken könnte. Auch bei schlechtem Wetter kann man den Nationalpark näher kennen lernen. Dafür wurde in Matrei in Osttirol das „alte Schulhaus“ zum Nationalparkhaus umgebaut. Darin befinden sich geschichtliche, kulturelle und naturwissenschaftliche Daten und Fakten rund um die Hohen Tauern in Osttirol. Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Stockwerke. Anhand unterschiedlicher Medien wird die Osttiroler Bergwelt, sowie deren besondere Flora und Fauna, vermittelt. Besonders eindrucksvoll ist die Videoinstellation über die Gletscher der Hohen Tauern. Das Wissen, welches man hier erfährt, lässt sich in keinen Sachbüchern nachlesen. Das Nationalparkhaus ist für Groß und Klein einen Besuch wert und das vor allem an regnerischen Tagen, wenn das hautnahe Naturerlebnis nicht so leicht möglich ist.

Der Nationalpark Hohe Tauern bietet ganzjährig ein umfassendes Programm für jede Altersstufe. So nah er ist, so einzigartig und facettenreich ist der größte Nationalpark in den Alpen.

Wandertipps: Wer sich Tipps zu schönen Wanderungen (bei denen man unter anderem Wildtieren wie Steinadlern, Bartgeiern oder Murmeltieren begegnet) wünscht, der wendet sich am besten an die erfahrenen Nationalpark-Ranger. Die empfohlenen Wanderrouten ändern sich nämlich je nach Witterung.


Text: Elisabeth Reifer und Felix Kozubek


Titelbild: (c) OW_ Lammerhuber.
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