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Piepifein – eine Villa für die kleinsten Hofbewohner

Piepifein – eine Villa für die kleinsten Hofbewohner

Nicht nur die rund 750 Hühner haben am Biobauernhof Stemberger vulgo Rauterlis (=Hofname) um 5:00 Uhr Tagwache, sondern auch Vollblutbauer, Vermieter und Nationalpark Regionsprodukt-Produzent Bernhard.

Als ich am Biobauernhof Stemberger, im tiefverschneiten Defereggental, ein Monat später als ursprünglich geplant ankomme, hat sich das Warten gelohnt. Die großen Neuschneemengen verzaubern Osttirol in ein Winterwunderland. Das Nationalparktal präsentiert sich mit prachtvollen Schneehängen, weißglitzernden Gipfelspitzen und strahlend blauem Himmel. Nur das Lächeln von Bernhard und seiner bezaubernden Frau Isabella strahlen an diesem Tag noch ein bisschen heller, als sie mich am Biobauernhof Stemberger herzlich begrüßen.

Bernhard und Isabella Stemberger und im Hintergrund die Villa für die kleinsten Hofbewohner © Nationalpark Hohe Tauern, Dolzer

Biobauernhof mit Geschichte

Der Rauterlishof geht laut den ersten Aufzeichnungen bis 1692 zurück und ist seither im Familienbesitz. Bei der Hochwasserkatastrophe 1965 hat eine schreckliche Mure das gesamte Wohnhaus, damals noch in Gassen am St. Veiter Berg gestanden, mitgerissen und zerstört. Leider wurden dabei auch sechs Menschen getötet. Vom Landeskulturfond bekam die Familie das „Hoamatle“ in Bruggen mit Grund, altem Futterhaus und einem Wohnhaus, welches aber neu aufgebaut werden musste. So übersiedelte die Bauernfamilie 1968 vom Berg ins Tal hinunter und begannen einen Neustart.

Gelebter Landwirtschaftstraum

Als 2009 Bernhard und Isabella den Biobauernhof übernahmen, hat es nicht lange gedauert, bis ein neuer, frischer Wind am Rauterlishof geweht hat. Zuvor war der Rauterlishof bekannt für seine Kalbinnenaufzucht. Mit der Übernahme des Biohofs fokussierte sich die junge Generation jedoch auf die Milchproduktion. Heute sind neben dem Milch liefern auch die Vermietung und die Hühner weitere Standbeine der jungen Familie. Die Kühe sind über den gesamten Sommer auf der Alm im Bruggeralmtal. Die Hühner wechseln dank ihrer mobilen Villa immer wieder ihren Platz am Feld und können so täglich frisches Gras genießen.

Der Hofladen am Biohof Stemberger

Der Großteil der Milch geht an die Molkerei, jedoch nicht alles. Bernhard’s Mutter Margit verarbeitet den wertvollen Rohstoff hauptsächlich im Sommer auf der Alm weiter zu Nationalpark-Regionsprodukten wie Butter, Joghurt oder Graukäse. Die Eier werden teilweise zu Nudeln weiterverarbeitet. All ihre hofeigenen Produkte und viele weitere Schmankerln gibt es im eigenen Hofladen, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr zu kaufen. Der Hofladen ist ein kleiner Bauernladen und steht seit Jänner 2019 zwischen Wohnhaus und Stall. Das Ladele bietet täglich frische Eier und Milch, selbst hergestellte Osttiroler Spezialitäten wie Hauswürste, Speck, Käse und Co., Knödel verschiedenster Art u.v.m.

Zu Beginn gab es im Ladele „nur“ 3 Produkte – mittlerweile bietet das Ladele zu Spitzenzeiten bis zu 30 Produkte, die allesamt aus dem Defereggental kommen. Das Aushängeschild ist der Fischaufstrich. Und als ich diesen probieren durfte, ist offensichtlich, warum. Schaut doch einmal selbst vorbei und kostet euch durch die Produktpalette. Euer Feinschmeckergaumen wird definitiv nicht enttäuscht werden und Familie Stemberger freut sich immer über neue Kundschaft. 

Bernhard Stemberger: Hahn im Korb

Am Rauterlishof stehen drei Villen. Dabei handelt es sich aber nicht um die klassischen Villen, wie wir sie uns in unseren Köpfen vorstellen würden, sondern um drei Rundum-Sorglos-Zuhause für die rund 750 Hühner. Bauer Bernhard ist dabei der einzige Hahn im Korb, der die Hennen aufmischt. Seit 2018 ist das Bio-Ei das zweite Standbein der Familie. Zuerst startete Familie Stemberger mit 150 Hühner und einem mobilen Hühnerstall Marke Eigenbau. 2019 kam die zweite mobile Villa dazu und so kam es innerhalb von ca. 2 Jahren zu insgesamt 750 Hühnern.

Über 60 Mal Nationalpark Hochgenuss

Nicht nur der Biobauernhof Stemberger tischt mit seinen fünf Nationalpark-Regionsprodukten auf, sondern auch weitere 16 Nationalpark-Produzenten. Vom Osttiroler Suppenhendl, über allerlei Milchprodukte wie Graukäse, Butter, Joghurt und Co., Bauernbrot, Honig u.v.m. ist alles dabei, um die Spezialitäten der Nationalparkregion Osttirol bei jedermann zu Hause auf den Tisch zu bringen. Insgesamt gibt es schon weit über 60 Qualitätsprodukte in der Produktpalette, welche einen Gaumenschmaus am eigenen Teller zu Hause garantieren.

Qualitätszertifikat

Wo „Regionsprodukt Nationalpark Hohe Tauern“ drauf steht, ist echter, unverfälschter Geschmack drinnen. Um das Qualitätszertifikat „Nationalpark Hohe Tauern Regionsprodukt“ zu erhalten, müssen einige Kriterien erfüllt werden. Die wohl wichtigste Komponente ist die Herkunft der Rohstoffe. Die Produkte sind in der Nationalparkregion Osttirol hergestellt und die Rohstoffe sind zu mindestens 50 Prozent aus der Nationalparkregion. Der Grundgedanke ist den Nationalpark auch auf dem Teller erlebbar zu machen, ihn schmecken und riechen zu können und die Nationalparkwerte wie Regionalität und Nachhaltigkeit zu fördern und zu leben. Genau deswegen sind Bernhard und Isabella Nationalpark Produzenten geworden.

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