Simon Zeiner

24. September 2020

Griaßenk im Hofladen vom Peischler Wirt

Regional kaufen beim Peischler Wirt – der Natur zuliebe

In der Nationalparkgemeinde Kals am Großglockner (Ortsteil Unterpeischlach), einen Steinwurf von der Hauptstraße entfernt, steht der Peischler Wirt. Seit 1875 ist der Hof im Besitz der Familie Riepler und wird mittlerweile in sechster Generation bewirtschaftet. Als ältester Sohn von 5 Kindern und leidenschaftlicher Bauer von klein auf, war für Hannes Riepler schon immer klar, dass er den Hof einmal übernehmen wird. Gerne denkt Hannes an seine Kindertage zurück, wo sie bei der Heuernte Eiszapfen aus den Zigginer Eislöchern holten um sie in den selbstgemachten Hollersaft zu geben. Selbstgemachte Produkte begleiten Hannes schon sein ganzes Leben. Nur verkauft er die selbst produzierten Erzeugnisse heute eben in seinem Hofladen.

Die günstige Lage und das ausgezeichnete Klima sind laut Hannes absolute Vorteile für ihre Produkte. Dadurch, dass man vom Tauernwind ziemlich verschont bleibt, kann man in der Gegend fast alles anbauen und beinahe alles wächst. Der passionierte Bauer behauptet zwar es sei das Klima, doch im Gespräch mit ihm stellte sich sofort heraus, dass er ein gutes Händchen hat, für alles was wächst und gedeiht.

Blick in die Zukunft

Hannes und seine Familie sind rundum zufrieden mit der aktuellen Situation und so wie es gerade ist. Sie wollen nicht größer werden und möchten ihrer aktuellen, durchaus erfolgreichen Linie treu bleiben. Hannes will keine mühseligen Pachtverträge eingehen oder Futter zukaufen müssen um seine Tiere zu ernähren. Tochter Hemma ist der Sonnenschein des Hofes und heute schon die „Chefin“ über die Hühner. Sie sagt immer wieder sie möchte Bäuerin werden, doch Hannes & Vroni zwingen sie zu nichts. Sollte sie die Landwirtschaft einmal übernehmen, würde es ihn natürlich freuen, meint Hannes lachend.

Die Landwirtschaft

Im Stall der Familie Riepler leben derzeit rund 16 Stück Rinder in einer Mutterkuhherde gemeinsam mit einem Murdbodner Zuchtstier, 6 Schweine, in etwa 30 Hühner (wieviel genau weiß nur Tochter Hemma), 1 Norikerstute und 2 Einstellpferde. Bewirtschaftet werden rund 11 ha Grünland, 2 ha Ackerland und ca. 25 ha Alm und Wald.

Die „Geburt“ des Hofladens

Hannes & Vroni waren die oftmals langen und mühseligen Fahrten auf die Bauernmärkte leid. An schlechten Tagen hat man nur Produkte hin- und her kutschiert. Den beiden war es ohnehin schon immer lieber, wenn die Leute zu ihnen kommen, denn da sehen die Kunden sofort wo die Produkte herkommen und haben ein ganz anderes Gefühl beim Kauf der Produkte. Bei einem Urlaub in Bayern kam die junge Familie zufällig an einem Hofladen vorbei und waren sofort von der Idee der Hofläden überzeugt, wie sie in Bayern schon Tradition & Kult ist.

Vorreiter in der Nationalparkregion Osttirol

Es war jedoch kein leichtes Unterfangen sich zu etablieren. Man war Pionier in Osttirol, musste sich vieles selbst beibringen und bekam keine große Beratung, da noch in den Sternen stand, ob und wie das Konzept Hofladen in Osttirol funktioniert. Wer in der Nähe des Peischler Wirtes ist, sollte unbedingt das berühmte Peischlerbrot (Hannes‘ Lieblingsprodukt) in Kombination mit einem Wurstprodukt seiner Wahl verkosten. Als Nachspeise empfiehlt Hannes ein echtes Osttiroler Kiachl von seiner Frau Vroni (wenn es noch eines gibt – die sind immer schnell vergriffen). Außerdem sollte man sich unbedingt einen Kilo Mehl mit nach Hause nehmen und sich selbst an einem Backprojekt versuchen.

Der Kundenstamm des Hofladens setzt sich aus 80% Stammkunden und 20% zufälligen Besuchern zusammen. Unter ihnen auch Gäste aus ganz Europa, welche im Rahmen ihres Urlaubes dem Peischler Wirt einen Besuch abstatten.

Rohstoffe & Verarbeitung beim Peischler Wirt

Viele Dinge hat Hannes natürlich schon in die Wiege gelegt bekommen und von seinem Vater gelernt. Er besuchte in den letzten Jahren jedoch auch unzählige Kurse, um sich weiterzubilden und um die Qualität der Produkte stetig zu verbessern. Auch in Gesprächen mit Kollegen und vor allem durchs „selber tun“ und herumprobieren, lernt er enorm viel dazu. Von Geheimniskrämereien oder Geheimrezepten hält der Bauer nichts – er erzählt jedem gerne, wie er seine Produkte herstellt und verarbeitet. Wer leckere, qualitativ hochwertige Produkte erzeugen will, der schafft das nur mit Fleiß und viel Arbeit. Dazu gehört auch, dass man den Mut aufbringt um ihn zu fragen, wie man was macht. Hannes gibt die Antwort jedem gerne, denn ohne Fleiß und Arbeit wird auch mit den sogenannten „Geheimtipps“ nichts „Gescheites“ daraus.

Was macht Regionalität für Hannes aus

„Wenn jemand bei mir einkauft, dann kann ich das Geld wieder in der Region ausgeben. Wir gehen viel in Gasthäusern essen und kaufen so gut wie alles in der Region, um die heimische Wirtschaft so gut es geht zu unterstützen.“, so Hannes.

Ausgewählte Produkte vom Peischler Wirt sind mit dem Prädikat „Nationalpark Regionsprodukt“ ausgestattet – was bedeutet das?

Das Qualitätszertifikat „Nationalpark Regionsprodukt“ verspricht den Konsumenten echten und unverfälschten Geschmack. Die Produkte sind in Osttirol hergestellt und mindestens 50% der verwendeten Rohstoffe kommen aus der Nationalparkregion Hohe Tauern Osttirol. Die Produzenten der Nationalpark Regionsprodukte stehen für Regionalität und umweltbewusste Produktionsprozesse.

Folgende Peischler Wirt Produkte tragen das Nationalpark Regionsprodukt Logo:

  • Hauswürstel
  • Speck
  • Dinkelmehl
  • Kräutertees
  • Brot
  • Vogelbeer-Zwetschkenschnaps
  • Osttiroler Pregler
  • und viele mehr

Öffnungszeiten Hofladen

Der Hofladen ist jeden Freitag von 13-18 Uhr geöffnet. Die Produkte sind nach telefonischer Vereinbarung auch außerhalb der Geschäftszeiten erhältlich.

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