Redaktion

23. April 2021

Eine Weltreise im Taschenformat

Du wolltest immer schon einen Eisriesen vor Augen haben, wie ihn die Antarktis bietet? Du wolltest immer schon eine zerklüftete Mondlandschaft durchwandern, wie sie in der Sahara zu finden ist? Um diese Vorhaben in die Tat umzusetzen, musst du keineswegs weit reisen. Eine Exkursion im Nationalpark Hohe Tauern Osttirol kann dich auch in wenigen Tagen um die Welt bringen. Eine Weltreise im Taschenformat sozusagen.

Eine Weltreise ist üblicherweise mit einem großen Zeitaufwand und hohen Kosten verbunden. Leider ist sie auch nicht sonderlich förderlich, um den persönlichen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren. Jedoch ist dem in Osttirol nicht so! Südseefeling, Bergabenteuer und Wüstensafari – diese Erlebnisse kannst du im Nationalpark Hohe Tauern auf engstem Raum spüren. Wir legen dir die Welt zu Füßen – authentisch und ursprünglich.

Großvenediger: wilde Gletscherlandschaft wie am Südpol

Hoch oberhalb des Virgentals, südwestlich der weltalten Majestät – des Großvenedigers – befindet sich eines der größten Gletscherplateaus der Ostalpen. Gewaltige Eismassen, rauer Wind und beißende Kälte. Keine Spur von jeglicher Zivilisation. Herzlich Willkommen in der Antarktis des Nationalparks Hohe Tauern! Wenn der kalte Gletscherwind um deine triefende Nasenspitze weht und deine Augen leicht zu tränen beginnen, dann weisst du, dass du angekommen bist. Angekommen im Ewigen Eis der Venedigergruppe.

Hohe Grube: Südseefeeling auf 2.700 m Seehöhe

Zwischen der Clarahütte und der Essener-Rostocker-Hütte in der Venedigergruppe verläuft die sogenannte Alpenkönigroute. Auch die Hohe Grube auf 2.700 m ist Teil dieses hochalpinen Übergangs. Wodurch sich hochalpine Übergänge charakterisieren? Sie sind schwer zu begehen, verlangen dem Wanderer alles ab und sind auch im Hochsommer von Schneefeldern durchdrungen. Mit der Hohen Grube verhält es sich jedoch ganz anders. Hier findest du eine hochalpine Seenlandschaft, deren Ufer mit feinstem Sandstrand gesäumt sind, vor. Hast du auch an deine Sonnenbrille, deinen Strohhut und an dein Badeoutfit gedacht? Dann dürfte dem Südseefeeling nichts mehr im Wege stehen.

Dürrenfeld: Als ob ein Astronaut in der Sahara landen würde

So unwirklich wie dieses Szenario kommt dir vermutlich auch die Wanderung auf dem Sudetendeutschen Höhenweg vor. Zuerst von satten, grünen Bergwiesen umgeben, landest du westlich der Kendlspitze (3.085 m) plötzlich auf ödem, braunen Untergrund. Die Hamada der Sahara lässt grüßen!

Die Isel: wilder Gletscherfluss à la Yukon River

Nun sind wir auf halben Wege bei unserer Weltreise im Taschenformat.
Die Isel ist der einzige Gletscherfluss der Alpen, deren natürlicher Charakter bewahrt werden konnte. Als Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten ist eine ungestörte Erhaltung des Flusses essentiell. Schönheit und Wildheit der Isel werden vom Zufließen kleinerer und größerer Gletscher der Hohen Tauern begründet. Aufgrund ihrer vielfältigen, dynamischen und verzweigten Flusslandschaft sind Vergleiche zum Yukon River im nördlichen Kanada durchaus berechtigt. Unserer ungezähmten Beauty nähert man sich am besten mit Muskelkraft: zu Fuß am Iseltrail, auf dem E-Bike oder auch im Kajak.

Die malerische Flusslandschaft der Isel © M. Schickhofer

Die Jagdhausalm: Ein Hauch von Tibet.

Sag nicht Almhütten zu ihnen. Denn die Jagdhausalm, die älteste Almsiedlung Österreichs, entspricht nicht dem klassischen Typus einer Almhütte. Sie ist weit mehr als nur das. Die Jagdhausalm charakterisiert sich durch ihre massive Steinbauweise und wird nicht nur deshalb, sondern auch aufgrund ihrer Lage – eingebettet zwischen Felsen und Grasmatten im Nationalpark Hohe Tauern – als „Klein Tibet“ der Alpen bezeichnet.

Kleiner Hinweis: Die Suche nach dem Dalai Lama wird sich im Defereggental schwierig gestalten. Doch zu dir selbst finden kannst du hier definitiv! Namasté!

Zedlacher Paradies: Baumriesen wie im Sequoia National Park, USA.

Für die Jugend von heute sind wir ja schon mit 30 Jahren „alte Leute“. Machen wir sie jedoch mit dem Zedlacher Paradies im vorderen Virgental bekannt, erfährt sie eine völlig neue Definition des Begriffes „alt“. Die knorrigen Baumriesen, die den Mammutbäumen im US-amerikanischen Sequoia Nationalpark ähneln, sind stolze 600 Jahre „jung“! Doch sieht man ihnen das gehobene Alter gar nicht an, wirken sie immer noch sehr erhaben.

Und fotogen sind sie zudem auch! Aber davon überzeugst du dich am besten selbst bei einer Wanderung durch unser Paradies.

Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt – sieh sie dir an. 

Kurt Tucholsky

Genug gehört? Na dann, pack deinen Koffer und starte deine Weltreise im Taschenformat!

Titelbild: © Nationalpark Hohe Tauern / Matheaholaus Matheafilm