Claudia Isep

17. Juli 2019

„Grias Enk“ auf der Naturfreundehütte

Schritt für Schritt kommen wir näher und hören die Stimme von Lisa, Wirtin von der Naturfreundehütte. Jeder Gast wird mit einem herzlichen „Grias enk“ begrüßt. Sofort haben wir das Gefühl, Willkommen zu sein. Rund um und in der Hütte ist alles liebevoll dekoriert.

Lisa und Ludwig sind seit nunmehr 13 Jahren Wirte auf der Naturfreundehütte oder auch Vinzenz Bidner Hütte, wie sie mit vollständigem Namen heißt. Namensgeber war der Erbauer der Hütte, Vinzenz Bidner, der mit vielen freiwilligen Helfern die Hütte errichtete.

Plötzlich Hüttenwirte

Lisa erzählt uns, wie es dazu kam, dass sie Hüttenwirte wurden. Für die Hütte wurde ein neuer Pächter gesucht. Lisa wurde darauf aufmerksam und hat mit Ludwig darüber geredet. Nach kurzer Beratung stand für beide fest: wir machen das. Gesagt – getan. Das ist nun schon etliche Jahre her und sie haben es keine Sekunde bereut!

Lisa und Ludwig – Hüttenwirte mit Leib und Seele.

Gastgeber mit Leib und Seele

Die Gastgeberrolle wurde beiden in die Wiege gelegt. Ludwig, ein gelernter Koch, hat das Handwerk von der „Picke“ auf gelernt. Schon deshalb kommen ihm keine Fertigprodukte auf den Tisch. Er hat seine eigene Küchenphilosophie. Pommes frites gibt es auf der Naturfreundehütte nicht, genauso wenig wie Fast Food.

Auf den Tisch kommt nur selbst gekochte, heimische bodenständige Küche. Im Herbst werden die Pilze, die rund um die Hütte wachsen genauso verkocht, wie das heimische Wild aus dem Debanttal.

Wenn es einmal einen Regentag auf der Alm gibt, werden die guten Osttiroler Schlipfkrapfen in Handarbeit gefertigt. Lisa, die in einer Großfamilie mit 11 Geschwistern aufgewachsen ist, hat bereits früh gelernt, für andere zu sorgen. Gerade deshalb sind beide Gastgeber mit Herz und Seele und auch bei allen Einheimischen sehr beliebt. Der Stammtisch in der Küche bleibt selten leer.

Die Naturfreundehütte ist deshalb so beliebt, weil das Essen ausgezeichnet ist. Ganz besonders gut ist der legendäre Kaiserschmarrn, der mit viel Liebe und einer großen Portion Zucker in den Mägen der Gäste verschwindet.

Auch das gute Verdauungsschnapserl, nach einem Essen, darf nicht fehlen. Von Zirbe über Pregler, auf der Alm schmeckt einfach jedes Schnapserl doppelt so gut.

Ein Schnapserl in Ehren, kann niemand verwehren.

Hüttenabende mit Spaßfaktor

So manch lustiger Hüttenabend endete schon im Matratzenlager – weil niemand heim gehen wollte. 2 Zimmer und ein Lager für 14 Personen laden zum Übernachten ein. Mit jeder Menge Spaß und Musik wird bis in den Morgen gefeiert. Wichtig ist nicht, dass jeder Ton stimmt, sondern das gemeinschaftliche Singen im Kreise der Hüttengäste, wobei der Hausherr – meistens jedenfalls – die beste Stimme hat.

Das gute Frühstück am Morgen und der Sonnenaufgang lassen jedes Wandererherz höher schlagen . Oft liegt noch eine dicke Nebeldecke über dem Talboden – aber auf 1850 Metern Seehöhe scheint bereits die Sonne.

Bekannt ist die Hütte auch für die vielen Hüttenfeste, die mit viel Liebe und gutem Essen immer zu einem Erfolg werden. Dabei packt die ganze Familie mit an. Kinder fühlen sich auf dem Kinderspielplatz besonders wohl. Hier auf der Alm dürfen sie einfach noch Kind sein und nach Herzenslust herumtoben.

Kaiserschmarrenhütte

Seit dem Winter hat die Naturfreundehütte einen neuen Spitznamen: die „Kaiserschmarrenhütte“. Dann wird auf einem Herd, direkt auf der Terrasse, vom Ludwig jede Art von Schmarren gekocht . Und eines kann ich euch sagen, jeder Bissen ist ein Genuss . Außen knusprig, innen flaumig und mit viel Zucker serviert, ist er eines der beliebtesten Essen auf der Hütte.

Auch Carlo, einem italienischen Gast, schmeckt der Kaiserschmarren ausgezeichnet!

Lisa’s „Grias enk“ wird uns noch oft zu Ohren kommen. Ein Besuch auf der Naturfreundehütte ist ein Garant für ein gutes Essen, herzliche Gastgeber und jeden Sommer und Winter ein MUSS. Der wunderschöne Blick auf die Lienzer Dolomiten und die Kreuzeckgruppe bleibt einem lange im Gedächtnis.

Liebe Lisa, lieber Ludwig – wir kommen bestimmt wieder!