Redaktion

20. August 2020

5 Gründe für einen Osttiroler Herbst

Eines Morgens wacht man auf und spürt, dass etwas anders ist. Der Morgentau wird vom aufsteigenden Nebel umhüllt. Die Bäume liebäugeln mit einem neuen Gewand. Die Sonne streichelt uns mit größerer Zartheit. Die Zeit fließt ein bisschen langsamer, fast wie Honig. Und die Berge scheinen unfassbar nah zu sein. Es ist Herbst!

In dieser Jahreszeit präsentiert sich Osttirol von seiner schönsten Seite. Schließlich ist Herbstzeit Bergzeit.

Nie ist der Ruf der Berge so laut wie im Herbst in Osttirol. Das ist wenig verwunderlich, denn nirgendwo sonst erklingt dieser Ruf nach Freiheit, klarer Bergluft und einem einzigartigen Blick auf eine unberührte Welt von 266 Dreitausendern so stark wie in der Region südlich des Alpenhauptkammes. Auch herrliche Schlipfkrapfen auf urigen Berghütten und ein sternenübersäter Himmel, wie auch freundliche und liebenswürdige Tirolerinnen und Tiroler, verstärken dieses „Feeling“ Osttirol eben.

Deshalb haben wir für euch die fünf Gründe für einen Herbsturlaub in Osttirol zusammengestellt:

1) Digital Detox im Villgratental

Das Villgratental ist eines unserer bestgehüteten Geheimnisse, weil jeder der dort war dazu beitragen will, die Ruhe und Einzigartigkeit dieses Ortes zu bewahren. Wenn man vom Osttiroler Pustertal in dieses abgeschiedene Seitental abbiegt, begibt man sich in eine Parallelwelt, in der Zeit, Status und Hektik keine Rolle spielen. Das Villgratental ist an Ursprünglichkeit kaum zu übertreffen, was sich in den bewirtschafteten Bergbauernhöfen, den lebendigen und doch jahrhundertealten Traditionen und den urigen Hütten manifestiert. Als besonderes Highlight für einen Herbsturlaub gilt die Oberstalleralm, welche unter Denkmalschutz gestellt wurde, um die Besonderheit dieses Almdorfs aus dem 17. Jahrhundert auch für zukünftige Generationen zu erhalten.

Hugo von Hofmannsthal sagte einst: „Es gibt eine Stille des Herbstes bis in die Farben hinein.“ Genau diese Stille kann man bei den Oberstalleralmen erleben. Ob man sich vor eine der Hütten setzt und einfach die Stimmung des Ortes auf sich wirken lässt oder sich den Platz erwandert, für uns ist es einer der schönsten Orte, um den Herbst zu genießen.

Für alle, die sich nicht mehr losreißen können von der Szenerie, gibt es gute Nachrichten: man kann die Almen für einen naturnahen reduzierten Urlaub, fernab von der Hektik unserer Zeit, buchen. Wer sich langsamer an die minimalistische Lebensweise herantasten will und etwas mehr Komfort möchte, findet alles was das Herz begehrt auf den Unterstalleralmen.

2) Natur Hautnah bei den Wildtierbeobachtungen

Die beste Zeit im Jahr, um die Tierwelt Osttirol’s zu beobachten, ist ganz ohne Zweifel der Herbst. Zu dieser Jahreszeit präsentiert sich nicht nur der Wald von seiner prächtigsten Seite, sondern auch die Tiere legen einiges vor.

Die imposanten Geweihe der Hirsche sind zwar für die weiblichen Gespielinnen gedacht, aber auch wir freuen uns über die Pracht und die Kraft der Natur. Viele der Tiere bereiten sich langsam auf den nahenden Winter vor und wechseln bereits ihr Fell, damit auch manchmal die Farbe, wie zum Beispiel das Hermelin. Da die Berge im Herbst manchmal bereits den ersten Schnee zu spüren bekommen, treibt es die Tiere weiter hinunter ins Tal, um sich noch einmal an den saftigen Gräsern so richtig vollzufressen. Gut für die Tiere und noch besser für uns, denn somit kann man mit etwas Glück auch die scheuen Kandidaten hautnah erleben.

3) Biken im Debanttal: so wie es sein soll

Möglich ist im Debanttal fast alles: Man kann das Matterhorn des Debanttals, den Glödis bezwingen, sich auf der Lienzer Hütte verwöhnen lassen, die Artenvielfalt die aufgrund des günstigen Klimas besonders groß ist bewundern, dem Rauschen des Debantbachs lauschen, sich über seine absolute Klarheit freuen und vieles mehr.

Aber nichts lässt einen so sehr den Alltag vergessen wie eine herbstliche Biketour im längsten geschlossenen Almtal Österreichs. Die wilde Romantik der Umgebung, das wechselnde Terrain und die idyllische Szenerie der Almen rücken die Alltagssorgen weit in den Hintergrund. 17 Kilometer reine Bikefreude warten darauf „erradelt“ und erlebt zu werden. Das sanfte Licht des Herbstes lässt nicht nur die Berge näher erscheinen, sondern mit ein bisschen Glück erhascht man einen Blick auf das ausgewilderte Bartgeierpaar Kilian und Felix, die im Debanttal ihre Kreise ziehen.

4) Sonnenaufgang am Bösen Weibele

Im Alltag fehlt uns oft die Zeit innezuhalten, einen Schritt nach hinten zu gehen und die Dinge mit einem gewissen Abstand zu betrachten. So verwehrt sich uns oft die richtige Perspektive und die Weitsicht. Nichts schult uns in dieser Hinsicht besser als eine Sonnenaufgangswanderung auf das Böse Weibele. Dieser Aussichtsberg hat einen ganz besonderen Charme, da er eine unglaubliche Weitsicht ermöglicht. Wenn man auf dem Gipfel steht, die ersten Sonnenstrahlen über die Bergrücken brechen und man die umliegende Bergwelt betrachtet, lehrt uns das Böse Weibele Demut. Es erinnert uns daran, wie klein wir Menschen im Vergleich zur Natur sind.

5) Märchenstunde im Zedlacher Paradies

Das Wort Paradies wird ja fast schon inflationär verwendet, sodass man sich nicht mehr ganz so viel zu erhoffen wagt. Im Gegenteil dazu steht das Zedlacher Paradies, das im Herbst einen ganz besonderen Zauber innehat. Die goldenen Lärchen sind seit über 500 Jahren die Zeitzeugen dieses Ortes und man kann die Geschichten, die sie in sich tragen, fast hören. Ein Ort zum Verweilen und dieses magische Flair auf sich wirken zu lassen.

Der Waldlehrweg ist für Könner aller Stufen zu bewältigen und sorgt mit seinen zehn Stationen dafür, dass Herz und Uhren etwas langsamer schlagen. Und wahrlich werden alle Sinne neu geschärft, denn man kann die Natur nicht nur sehen, sondern auch schmecken, riechen und hören. Außerdem locken die schmiedeeisernen Tiere vom Matreier Künstler Erich Trost in eine Märchenwelt – fast rechnet man damit, dem einen oder anderen Wichtel oder einer Fee zu begegnen.

Die Schönheit des Ortes, die Geschichten, die in den Ästen der Lärchen darauf warten gehört zu werden und die liebevolle Gestaltung des Rundweges definieren den Begriff Paradies auf ganz eigene Art.

Achtung Herbst 2020: Der Waldlehrweg im Zedlacher Paradies ist derzeit aufgrund von Holzarbeiten gesperrt! Informiere dich vor der Tour in der Tourismusinformation Matrei in Osttirol über den Sperrstatus. Der Forstweg und der Wanderweg vom Parkplatz Zedlacher Paradies zur Wodenalm sind jedoch geöffnet.