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Kulinarik

Der Zelten – Weihnachtsgebäck und Superfood

Der Zelten – Weihnachtsgebäck und Superfood
© Elias Bachmann

„Gutes Gelingen, Frau Eder“ steht unter dem Zelten-Rezept von Elisabeth Eder. Sie hat gut reden. Denn eigentlich gibt es gar kein echtes Rezept. Sie backt die Zelten wie die Mama, die Oma und die Schwiegermutter – nach Gefühl halt. Und jede hat hier „a bissl“ was dazu getan, dort „a bissl“ verfeinert. Was die Osttiroler jetzt bei Elisabeth Eder vom Mesnerhof bekommen ist Weihnachten im Halb-Kilo-Packerl. Saftig und knusprig, einfach was für die Seele. Und nur auf Bestellung. Einige ihrer Kunden frieren die Zelten sogar ein – denn diese Weihnachtsleckerei hat es in sich.

Scheibenweise Weihnachten

Nach dem Krieg“ erzählt Elisabeth Eder, während sie kiloweise Fülle mit dem Teig vermischt, „gab’s halt nur Birnen, Zwetschken, ein paar Nüsse. Rosinen waren schon Luxus.“ Im Laufe der Jahre mischte die Oma Feigen, Zimt und Aranzini dazu, Nelkenpulver, Walnüsse, etwas Rum. Und für Elisabeth ist das Backen der Zelten der Beginn der Weihnachtszeit. Genau zwei Tage vor dem ersten Advent fängt sie an, keinen Tag früher. „Sonst bin i gluschtig“, lacht sie. 

Nur auf Bestellung

Je nach Bestellungen backt Elisabeth in einem Jahr 50 Zelten, im nächsten 80, 200 waren es auch schon. Sie erreichen ihren Empfänger meist in einer Geschenkekiste mit anderen Osttiroler Leckereien. Andere tun sich selbst etwas Gutes und holen sie direkt in Dölsach ab. Wer den Zelten erstmals probiert, schließt die Augen: „Das schmeckt ja wie Weihnachten“, genießt einer. „Und knusprig ist es auch noch“, sagt eine andere. Und wieder andere kaufen auf Vorrat ein, schneiden sie in Scheiben und frieren sie ein. Durch die vielen Früchte enthält der Zelten sehr viel Energie und Vitamine. Bei Ski- und Wandertouren spenden sie dann als Spezial-Müsliriegel Kraft, als Superfood sozusagen. „Ja, manche nehmen die Zelten das ganze Jahr mit auf den Berg“, weiß Elisabeth. „Nein, das könnte ich nicht“, schüttelt sie den Kopf. Sie freut sich darauf, wenn sie nach dem Rorate gehen heimkommt, am ersten Sonntag im Advent. Dann sitzt die Familie beim Jausnen zusammen: „Es gibt ein Stück Zelten und dick Butter drauf und dann weiß ich: Weihnachten kommt bald.“

zelten-essen-mit-butter
Am Besten schmeckt der Zelten mit viel frischer Butter. 

Rezept zum Zelten

  • Vorbereitungszeit: 60 Minuten
  • Garzeit: 60 Minuten
  • Gesamtzeit: 120 Minuten
  • Portionen/Menge: 5 Zelten à ca. 500 g

Das brauchst du für den Teig:

  • 350 g Weizenmehl
  • 350 g Roggenmehl
  • ½ Stück Germ
  • Salz
  • Etwas Kümmel gemahlen
  • ca. 300 ml Wasser

Das brauchst du für die Fülle:

  • 350 g getrocknete Birnen (am besten Kletzen)
  • 150 g getrocknete Zwetschken
  • 150 g Feigen
  • 500 g Walnüsse, Rosinen, Weinbeeren, Aranzini, Zitronat
  • Nach Geschmack: Saft ausgepresster Orangen, Rum, Zucker
  • Zeltengewürz oder man stellt es selbst zusammen (Zimt, Nelkenpulver)

Zum Verzieren der Zelten:

  • Kandierte Kirschen und geschälte Mandeln
  • Eine Holzform (die von Frau Eder ist selbst gezimmert): 9×12 cm

So gelingen Frau Eders Zelten:

Birnen und Zwetschken mit ein wenig Wasser aufkochen. Die Feigen, Rosinen, Walnüsse, Weinbeeren, Aranzini klein schneiden. Nun alle Zutaten miteinander vermischen und über Nacht ziehen lassen.

Am nächsten Tag wird der Teig zubereitet. Für den Teig die Hefe in etwas Wasser auflösen und dann mit Mehl, Salz, Kümmel und dem restlichen Wasser gut vermischen.

Nun wird die Fülle mit dem Teig vermischt. Mischverhältnis: 2/3 Fülle und 1/3 Teig. In den Formen aufs Backblech geben, verzieren, bei 200° mindestens 1 Stunde backen

Kaffee mit Zucker aufkochen, die noch heißen Zelten damit bepinseln. Und dann: Lass es dir schmecken!

Übrigens, falls du dich nicht an das Zelten-Rezept wagst, kannst du dir auf der Website des Mesnerhofes eine Genusskiste inklusive Zelten bestellen. Somit kommst auch du in den Genuss der weihnachtlichen Versuchung.

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christinamarie
christinamarie
31. Oktober 2023 14:08

Ich wickle um ein höheres Senfglas Alufolie, so dass ich eine becherartige Backform habe, die mit etwas flüssigem Fett eingepinselt wird bevor eine Portion der Teigmasse hineingefüllt wird. Bitte geduldig sein, und nicht zu scharf backen -sonst brennt der Teig an!
Nach dem Backen auskühlen lassen, Alufolie vorsichtig entfernen und den Kuchen mit kandierten Früchten oder Walnusshälften verzieren. Der hat dann zwar ein Herz aus Tirol, aber ein sehr französisches Aussehen.In Klarsichtfolie verpackt ist er ein Supergeschenk (deshalb auch die Produktion in der Alufolie, damit sich der Aufwand für Freunde und Bekannte lohnt. Schleife net vergessen!

Osttirol Redaktion
Osttirol Redaktion
Admin
Antwort an  christinamarie
6. November 2023 13:41

Liebe Christina-Marie,
danke für deinen Tipp! Viel Spaß beim nächsten Zelten-Backen 👩‍🍳
Liebe Grüße von deinem Osttirol-Team!

Claudia
Claudia
19. November 2022 16:03

Bestes Zeltn-Rezept ! Danke Elisabeth 🥰

Osttirol Redaktion
Osttirol Redaktion
Antwort an  Claudia
23. November 2022 9:33

Liebe Claudia!
Wir wünschen dir viel Freude mit deinen Zelten! 😉 Liebe Grüße, dein Osttirol Team.

Jesse-Gabriel Pfoser
Jesse-Gabriel Pfoser
14. November 2022 21:05

Hallo.
Ich würde das Rezept gerne nachbacken, versteh ich das richtig, je 500 Gramm Walnüsse, Rosinen, Weinbeeren, Aranzini, Zitronat!?
Viele Grüße,
Jesse-Gabriel

Osttirol Redaktion
Osttirol Redaktion
Antwort an  Jesse-Gabriel Pfoser
15. November 2022 10:05

Lieber Jesse-Gabriel,
herzlichen Dank für deine Nachricht! Genau, du brauchst von den genannten Zutaten jeweils 500 Gramm. Wir wünschen dir gutes Gelingen! 🙌 Liebe Grüße, dein Osttirol Team.

Jesse-Gabriel
Jesse-Gabriel
Antwort an  Osttirol Redaktion
19. November 2022 22:29

Vielen Dank fürs zurückschreiben!
Viele Grüße,
Jesse-Gabriel

Osttirol Redaktion
Osttirol Redaktion
Antwort an  Jesse-Gabriel
23. November 2022 9:35

Immer wieder gerne! 😉 Wir wünschen dir und deinen Liebsten jetzt schon eine wundervolle Adventszeit! 🙌 Liebe Grüße, dein Osttirol Team.

Sailer-Penz Andrea
Sailer-Penz Andrea
26. Dezember 2021 19:41

Hallo Eliasabeth hallo Elias!

Ich möchte euren Zelten nachbacken.
Ich hab ein paar Fragen zum Zeltenteig:
Nehmt ihr Weizenbrotmehl oder glattes Weizenmehl?
Macht ihr ein“Dampfl?
Lasst ihr den Teig aufgehen und mischt dann die Früchtemasse darunter?
Oder den Teig sofort ohne Aufgehen mit der Fruchtmasse mischen und dann aufgehen lassen?
Vielen lieben Dank Sailer-Penz Andrea aus Imst