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Ein Schloss in den Bergen

Ein Schloss in den Bergen
© Friedl Steiner

Die neue Sajathütte auf 2.575 Metern Seehöhe

Das Virgental in Osttirol, das weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt ist, ist der Zugang zum Bergdorf Prägraten am Großvenediger. Diese schmiegt sich am Ende des Tales ins Gebirge. Die bäuerliche Struktur und die außergewöhnlich schöne Talschlusslage geben dem Ort auf 1.309 m Seehöhe seine Unverwechselbarkeit. Prägraten ist auch Nationalparkgemeinde. Rund 105 km² Fläche bringt sie in den Nationalpark Hohe Tauern ein. Alpines Urland, mächtige Gebirge, überragt von den höchsten Bergen Österreichs, steile Felswände, ewiges Eis und tosende Gletscherbäche bestimmen den Charakter dieser Landschaft. Der Großvenediger und die Umbalfälle zählen in Prägraten neben der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt zu den Highlights. Und natürlich seine Vielzahl an traditionellen, rustikalen, aber auch spektakulären Hütten, wie die Sajathütte, die als „Schloss in den Bergen“ auf 2.575 m über Prägraten thront.

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Die neue Sajathütte

Bewegende Geschichte der Sajathütte

Die Grundmauern für die „alte“ Sajathütte wurden bereits vor rund 50 Jahren gelegt. Friedl und Florin Kratzer waren schon von Kindheit an in den völlig unerschlossenen Sajatmähdern zum Mähen unterwegs. Und sie träumten immer schon von einem eigenen Schloss, genau an dieser Stelle, wo sie bei der Bergmahd immer nächtigten. Sie erfüllten sich diesen Traum, 1974 wurde die damals noch kleine Hütte mit den eigenen Händen aufgebaut. Da der Zustrom von Wanderern aber so groß war, wurde die Hütte immer wieder erweitert und vergrößert. Über 25 Jahre stand die Sajathütte an diesem vermeintlich sicheren Platz, bis in der Nacht zum 21. April 2001 eine mächtige Staublawine vom Kreuzspitzgrat die Hütte komplett zerstörte. Teile lagen weit verstreut sogar hinunter bis fast in die Nähe ihres Heimathauses in Prägraten. Durch eine große Kraftanstrengung – mittlerweile hatte der Sohn Stefan Kratzer mit seiner Familie die Hütte übernommen – und durch die Unterstützung vieler freiwilliger Helfer, Gönner und Spender, konnte die neue Sajathütte innerhalb eines Jahres wieder aufgebaut werden.

Innen wie außen: traumhaft

Ohne Zweifel ist es die spektakuläre Architektur, die die Sajathütte wirklich wie ein Schloss aussehen lässt. Und ohne Zweifel ist es das beeindruckende Panorama: nicht oft lassen sich ein ganzes Tal und ganze Gebirgsketten in einem Ausblick festhalten. Es ist die Gastfreundschaft der Familie rund um Stefan Kratzer, die von Herzen gerne Hüttenwirte sind und Wanderer, Bergsteiger, Kletterer und Mountainbiker mit regionalen Köstlichkeiten versorgen. Noch einen Geheimtipp gibt es zu erwähnen: wenn du den ungetrübten Sternenhimmel oder den beeindruckenden Sonnenuntergang oder Sonnenaufgang selbst erleben möchtest, lohnt es sich, in einem der über 40 Betten zu übernachten – selbstverständlich mit kräftigem Frühstück und Abendessen, sogar ein Gepäcktransport über die Materialseilbahn vom Tal aus ist möglich.

Viele Wege führen zum Ziel

Die Sajathütte liegt im Sajatkar eingebettet zwischen Roter Säule 2.820 m im Westen, der Kreuzspitze 3.155 m im Norden, und dem Vorderen Sajatkopf 2.912 m im Osten. Die Hütte ist von verschiedenen Seiten erreichbar. Der Hauptanstieg führt vom Weiler Bichl über den Katinweg in 3,5 Stunden zur Hütte. Wenn du es ein wenig gemütlicher angehen möchtest, fährst du mit dem PKW oder Hüttentaxi zum Parkplatz Bodenalm auf 1.700 m Seehöhe und nimmst von dort den Aufstieg durch einen Teil des Timmeltals. Bei dieser Variante kommst du übrigens auch am „Fenster“ vorbei, einem der schönsten Aussichtspunkte im Virgental.

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Aufstiegsweg zur Sajathütte

Kreuzspitz-Höhenweg

Nachdem der Sajat-Höhenweg über die Sajatscharte wegen permanenter Steinschlaggefahr aufgelassen werden musste, wurde eine Alternative gesucht, um die Sajathütte wieder an den Venediger-Höhenweg und den Adlerweg anzubinden. Diese neue Verbindung nennt sich nunmehr „Kreuzspitz-Höhenweg“ und führt von der Johannishütte zuerst Richtung Zopatscharte. In einer Seehöhe von 2.700 m zweigt der als „schwierig“ eingestufte Bergweg rechts ab, und führt relativ steil hinauf zur „Schernes-Scharte“ 3.050 m. Die Kreuzspitze, die nur mehr 20 Minuten entfernt ist, ist ein lohnenswertes Gipfelziel, und bietet einen einzigartigen Blick auf den Großvenediger. Der Abstieg führt in weiterer Folge von der Schernesscharte über den versicherten „Felsensteig“ hinunter zur Hütte. Achtung: Der Kreuzspitz-Höhenweg ist jedoch nur erfahrenen, trittsicheren und schwindelfreien Berggeherinnen und Berggehern vorbehalten.

Panoramablick Hinterbichl/Lasörlinggruppe am Weg zur Sajathütte
Panoramablick Hinterbichl/Lasörlinggruppe am Weg zur Sajathütte

Die Sajathütte ist auch Stützpunkt des „höchsten Kreuzweges der Alpen“, einem hochalpinen Pilgerweg mit 14 Kreuzwegstationen. 32 Kilometer und 2.800 Höhenmeter gilt es dabei zu überwinden. Sehr anspruchsvoll ist auch der in unmittelbarer Nähe der Hütte liegende Klettersteig auf die „Rote Säule“, und die „Sajatkrone“ welche die komplette Gratüberschreitung bis zum Vorderen Sajatkopf beinhaltet.

Wie du siehst, ein Besuch der Sajathütte oberhalb von Prägraten lohnt sich auf jeden Fall. Von Ende Mai bis Ende Oktober hast du die Möglichkeit, dich selbst wie ein König oder eine Königin in den Bergen zu fühlen.

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Vreven Valentin
Vreven Valentin
19. August 2022 8:22

Wir waren schon da wenn ich joung war.
wonderbarr in die nahe von Virgen!

Osttirol Redaktion
Osttirol Redaktion
Antwort an  Vreven Valentin
22. August 2022 17:24

Lieber Valentin! Wie oft warst du denn schon in Osttirol zu Gast? 😉 Wir freuen uns, dass es dir jedes Mal aufs Neue bei uns gefällt! 🥰 Liebe Grüße, dein Osttirol Team.

Franz Terzer
Franz Terzer
6. August 2022 10:56

War mit meiner Tochter als sie 15 Jahre alt war auf der noch,, alten,, Hütte. Nach einem Gipfel haben wir übernachtet um am nächsten Tag noch den Klettersteig zu genießen. Heuer ist meine Tochter 50 und ich 74.
Die Erinnerung lebt auf bei diesen Bildern. Gratuliere zu dem Neubau der Hütte. Habe vor ca. 3 Wochen die Wirtin der Sajathütte bei einem Gespräch kennengelernt. Im Gasthof Islitzer.
Auch meine Tochter ist fasziniert von dieser Landschaft. Sie hat sich mit ihrem Lebensgefährten als Pächter des Defreggenhauses beworben. Halte ihr die Daumen dass eine Einigung zustande kommt.

Osttirol Redaktion
Osttirol Redaktion
Antwort an  Franz Terzer
8. August 2022 9:00

Lieber Franz! Herzlichen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Die Neue Sajathütte sowie deren Umgebung sind einfach paradiesisch! 😊 Es ist wundervoll zu hören, dass sowohl du als auch deine Tochter die Touren in der Venedigergruppe in solch guter Erinnerung habt! Natürlich werden wir deiner Tochter alle vorhandenen Daumen drücken. 🍀 Wir würden uns nämlich sehr freuen, ihr auf dem Defereggerhaus einen Besuch abstatten zu können. 😊 Auch dir wünschen wir alles Liebe und grüßen dich herzlichst. 😊 Dein Osttirol Team.