Am 12. September 2026 ist es so weit: Der 39. Red Bull Dolomitenmann findet wieder in Lienz statt. Für zwei Tage dreht sich in der Stadt und rund um die Lienzer Dolomiten alles um Sport, Teamgeist und außergewöhnliche Leistungen. Tausende Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgen jedes Jahr das Rennen und feuern die Teams entlang der Strecke an.
Der Dolomitenmann ist dabei kein gewöhnlicher Wettkampf. Hier treten Viererteams gegeneinander an, wobei jedes Teammitglied eine der vier Disziplinen übernimmt: Berglauf, Paragleiten, Mountainbiken und Wildwasserkajak. Was den Bewerb besonders macht, ist aber nicht nur die Kombination der Sportarten. Die Strecke führt mitten durch Lienz und gleichzeitig tief hinein ins hochalpine Gelände der Lienzer Dolomiten. Vom Start am Hauptplatz geht es über steile Bergpfade und den Hochstein bis hinunter zur Isel – und am Ende wieder mitten durch die Stadt zurück zum Ziel.
Einfach ist hierbei keine der Disziplinen und genau das macht den Dolomitenmann zu dem Bewerb „für die Härtesten unter der Sonne“.

Wie alles begann
Die Geschichte des Dolomitenmanns beginnt im Jahr 1988. Der ehemalige Skifahrer Werner Grissmann hatte damals einen Traum. Nach dem Aufwachen blickte er von seinem Balkon auf seine Heimatstadt Lienz und kam auf die Idee, einen außergewöhnlichen Teambewerb ins Leben zu rufen.
Aus diesem Traum wurde schließlich der Red Bull Dolomitenmann. Heute gilt der Bewerb als eine Art inoffizielle Weltmeisterschaft im Extremsport und ist weit über die Grenzen von Osttirol hinaus bekannt.
Damals waren Mountainbiken oder Berglaufen noch lange nicht so bekannt und beliebt wie heute. Der Dolomitenmann war damit seiner Zeit ein Stück weit voraus. Mittlerweile kommen jedes Jahr Topathletinnen und Topathleten aus den verschiedensten Ländern nach Lienz, um sich der außergewöhnlichen Kombination aus Stadt, Berg, Luft und Wasser zu stellen.
Vier Sportler, vier Herausforderungen
Der Dolomitenmann funktioniert nur als Team. Vier Sportlerinnen oder Sportler bilden eine Mannschaft und übernehmen jeweils eine der vier Disziplinen. Jeder Wechsel markiert dabei nicht nur den Beginn einer neuen Sportart, sondern auch einen völlig neuen Abschnitt der Strecke.
Los geht es mit dem Berglauf. Auf 12 Kilometern Strecke überwinden die Läuferinnen und Läufer dabei rund 2.000 Höhenmeter – vom Hauptplatz in Lienz auf 674 Metern bis hinauf ins hochalpine Gelände. Über den markanten, felsigen Goggsteig geht es zunächst zur Gogghütte und weiter über den Franz-Lerch-Weg und den Kerschbaumer-Alm-Weg ins Hallebachtal. Dort wartet ein besonders steiler Abschnitt durch Latschenkiefer und urwaldähnliches Gelände, bevor es über die Waldgrenze und vorbei am Mitterkopf zum Kühbodentörl geht. Dort erfolgt die Übergabe an die Paragleiterinnen und Paragleiter.
Als Nächstes geht es für die Paragleiterinnen und Paragleiter in die Luft. Dabei geht es nicht einfach nur darum, möglichst schnell vom Berg ins Tal zu fliegen. Die Pilotinnen und Piloten starten im hochalpinen Gelände am Kühbodentörl auf 2.441 Metern und umfliegen zunächst den vorgegebenen Berg, bevor sie zum Taxer Moos weiterfliegen. Nach der ersten Landung heißt es: Schirm aufnehmen, zum zweiten Startplatz laufen und wieder abheben. Vom sogenannten „Damenstart“ auf 1.120 Metern führt der zweite Flug direkt Richtung Lienz. Die zweite, spektakuläre Landung erfolgt schließlich im Dolomitenstadion – mitten in der Stadt.
Dort warten bereits die Mountainbikerinnen und Mountainbiker. Auf sie warten insgesamt 32 anspruchsvolle Kilometer – 19 davon bergauf und 13 bergab, sowie rund 1.600 Höhenmetern. Die Strecke führt von Lienz zunächst entlang der Drau und über Leisach hinauf Richtung Moosalm und Hochsteinkreuz. Auf dem letzten Stück zum Kreuz ist das Mountainbike allerdings kein Fortbewegungsmittel mehr: Das Rad muss geschultert werden und die letzten Höhenmeter werden zu Fuß zurückgelegt. Oben angekommen, beginnt die Abfahrt über mehrere Trails und die ehemalige Skipiste zurück ins Tal. Die nächste Übergabe erfolgt schließlich in der Schottergrube an der Isel.
Den Abschluss macht die Disziplin Wildwasserkajak. Nach der Übergabe in der Schottergrube Isel stürzen sich die Kanutinnen und Kanuten bei einem spektakulären Start von einer rund sieben Meter hohen Rampe in die Fluten. Danach wartet eine 8 Kilometer lange Wildwasserregatta auf der Isel. Flussdurchquerungen, Stromaufwärtspassagen und eine verpflichtende 360-Grad-Eskimorolle gehören dabei ebenso zur Strecke wie zahlreiche technische Passagen. Nach rund 40 Minuten auf dem Wasser heißt es bei der Fischwirtsbrücke schließlich: raus aus dem Boot und im Laufschritt durch die Lienzer Innenstadt zum Ziel am Hauptplatz.
Damit schließt sich der Kreis: Was am Hauptplatz mitten in Lienz begonnen hat, endet nach tausenden Höhenmetern zu Fuß und mit dem Mountainbike, einem spektakulären Flug und einer rasanten Wildwasserfahrt auf der Isel wieder im Herzen der Stadt.



Wenn nicht alles nach Plan läuft
Beim Red Bull Dolomitenmann gab es im Laufe der Jahre auch immer wieder Situationen, in denen Improvisationstalent gefragt war. Einige dieser kuriosen Geschichten sind mittlerweile beinahe genauso bekannt wie das Rennen selbst.
Mountainbiker Roland Stauder erwischte es auf der Abfahrt: Sein Rad bekam einen Achter. Aufgeben? Keine Option. Er reparierte sein Fahrrad kurzerhand mit einem Stein – und das sogar, während er in Führung lag. Das Ergebnis: Er wurde nicht nur zum Helden der Geschichte, sondern auch Bewerbssieger.
Auch bei den Kanuten wurde schon kräftig improvisiert. Der Weltmeister Norbert Sattler stellte kurz vor dem Start fest, dass sein Boot zu lang war. Also griff er zur Säge und machte es einfach zehn Zentimeter kürzer. Problem gelöst – zumindest auf seine Art.
Und dann wären da noch die Paragleiter. Bei ihnen ist die geplante Landung nicht immer dort erfolgt, wo sie ursprünglich vorgesehen war. Ein Athlet landete bei einer Feldmesse, ein anderer auf dem Balkon eines Hauses und lief von dort weiter ins Ziel. Ein weiterer Teilnehmer musste sich sogar selbst aus einem Baum schneiden, bevor er an seinen Teamkollegen übergeben konnte.
Solche Geschichten zeigen, was den Dolomitenmann neben den sportlichen Leistungen so besonders macht: Auf den anspruchsvollen Strecken kann nicht jede Situation vorhergesehen werden – und manchmal entscheidet neben Können und Ausdauer auch die Fähigkeit zur Improvisation.
Einer für alle beim Red Bull Dolomitenmann
Beim Dolomitenmann zählt am Ende nicht die Leistung einer einzelnen Sportlerin oder eines einzelnen Sportlers, sondern die gemeinsame Zeit des gesamten Teams. Vier Sportlerinnen oder Sportler übernehmen vier völlig unterschiedliche Disziplinen – vom steilen Berglauf über den Flug vom Kühbodentörl und die Mountainbike-Abfahrt bis zur Wildwasserstrecke auf der Isel.
Dabei kann jede Sekunde entscheidend sein. Ein starker Auftritt kann dem Team einen Vorteil verschaffen, ein Fehler kann dagegen wertvolle Zeit kosten. Genau das macht den Wettkampf so spannend: Man kämpft nicht nur für sich selbst, sondern immer auch für das ganze Team.
Während die Athletinnen und Athleten alles geben, sorgen die Fans für ordentlich Stimmung. Entlang der Strecke werden die Sportlerinnen und Sportler angefeuert und bis ins Ziel begleitet. So wird aus einem harten Rennen ein gemeinsames Erlebnis, für die Teams genauso wie für die Fans – und die Stadt und Natur rund um Lienz werden ein bedeutender Teil des Dolomitenmann.
Bei der Party am Hauptplatz können dann schließlich alle gemeinsam feiern und den aufregenden Tag ausklingen lassen.

Der Red Bull Dolomitenmann: Ein Sportevent, das Lienz bewegt
Der Red Bull Dolomitenmann ist mittlerweile fest mit Lienz verbunden. Was 1988 als Idee von Werner Grissmann begann, hat sich zu einem international bekannten Sportevent entwickelt, das die besonderen Landschaftsräume rund um die Osttiroler Stadt miteinander verbindet.
Für die Sportlerinnen und Sportler bedeutet der Dolomitenmann vor allem eine außergewöhnliche sportliche Herausforderung: 12 Kilometer Berglauf und 2.000 Höhenmeter, ein Flug im hochalpinen Gelände bis in die Stadt, 32 Kilometer Mountainbike-Strecke und 8 Kilometer Wildwasser auf der Isel – vier Disziplinen, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Und genau diese Verbindung macht den Dolomitenmann zu etwas Besonderem. Hochalpines Gelände, der Hochstein, die Isel und der Lienzer Hauptplatz liegen innerhalb eines einzigen Rennens direkt hintereinander. Wer am 12. September in Lienz unterwegs ist, erlebt deshalb nicht nur irgendeinen Extremsportbewerb, sondern einen Tag, an dem die Stadt und die Lienzer Dolomiten zur gemeinsamen Rennstrecke werden, mit dem einen oder anderen Moment, bei dem man sich denkt: „Das würde ich mich nie trauen!“ . Vielleicht erlebt man dabei sogar die nächste Geschichte, über die beim Dolomitenmann noch viele Jahre gesprochen wird.
Alle, die vom Extremsport nicht genug kriegen, sollten sich außerdem den Großglockner Ultra-Trail als Terminhighlight bereits vormerken. Auch hier treffen außergewöhnliche sportliche Leistungen wieder auf die hochalpine Landschaft Osttirols.


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