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Hidden Gems im Schatten des Großglockners

Hidden Gems im Schatten des Großglockners
© Rauf und Davon

In Osttirol strecken sich 266 Dreitausender in den Himmel. Und einer überragt sie alle: der Großglockner. Das macht den höchsten Berg Österreichs auch im Winter zum Sehnsuchtsziel vieler Alpinisten. Doch rund um den formschönen Riesen existiert eine Welt, die etwas leiser daherkommt – und gerade deshalb lange nachhallt. Weite Hochtäler, einsame Gletscherflächen und Gipfel, die nicht ständig im Rampenlicht stehen, vermitteln ein Skitourengefühl, das von Ruhe, Weite und scheinbar endloser Freiheit geprägt ist. Abseits der Paraderouten offenbart sich in Osttirol eine winterliche Bergwelt, die echt und unverbraucht wirkt. Zwei Touren, sogenannte Hidden Gems, bei denen man sich auf die Spur dieser Stimmung begeben kann, stellen wir euch in diesem Blog vor.

Romariswandkopf, 3.511 Meter

Näher kann man dem Großglockner auf Ski kaum kommen, ohne ihn tatsächlich zu besteigen. Die Skitour auf den Romariswandkopf ist eine jener Unternehmungen, die nicht nur sportlich fordern, sondern sich auch landschaftlich tief einprägen. Über das Teischnitzkees und Fruschnitzkees zieht die Route direkt zu Füßen der mächtigen Westflanke entlang. Der Blick hinauf ist vom ersten Moment an gewaltig, fast Ehrfurcht gebietend. Getoppt wird das Erlebnis nur mehr vom Panorama am 3.511 Meter hohen Gipfel. Spätestens bei der Abfahrt über den weitläufigen Gletscher wird klar, warum diese Tour zu den ganz großen Erlebnissen im winterlichen Osttirol zählt.

Mit rund 1.550 Höhenmetern und 17,6 Kilometern wird die Skitour auf den Romariswandkopf in der Regel auf zwei Tage aufgeteilt. Am ersten Tag steigt man vom Lucknerhaus zur legendären Stüdlhütte auf. Am zweiten Tag geht es meist erstaunlich ruhig weiter Richtung Gipfel und wieder retour ins Tal. Unterschätzen sollte man die Unternehmung aber keinesfalls: Steilstufen um 35 bis 40 Grad verlangen eine saubere Spitzkehrentechnik, der Gipfelgrat Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Dazu kommt die lange Gletscherpassage, für die entsprechendes Know-how in Sachen Seil- und Rettungstechnik Voraussetzung ist. Die richtige Planung und Ausrüstung für diese Art von Tour ist essenziell. Wer sich ganz auf das Erlebnis konzentrieren möchte oder sich mit einer Skihochtour dieser Größenordnung überfordert fühlt, ist mit einem Bergführer bestens beraten. Die Kalser Bergführer sind mit dem Gelände bis ins Detail vertraut, kennen alle Hidden Gems und sind hier die erste Adresse.

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Weißer Knoten, 2.878 Meter

Etwas kürzer, aber nicht weniger lohnend, präsentiert sich der Weiße Knoten. Er ist der beste Beweis dafür, dass es rund um das Lucknerhaus weit mehr zu entdecken gibt als die ganz großen Namen wie das Böse Weibl oder das Figerhorn. Der Anstieg beginnt entspannt auf einer Forststraße, ehe sich ein weites Kar öffnet, das wie gemacht für Skitouren scheint. Von dort verläuft die Spur links haltend unter die markante Südflanke des Weißen Knotens. Über eine kurze Steilstufe geht es hinauf auf den aussichtsreichen Rücken, der den weiteren Weg vorgibt. Je nach Verhältnissen wird früher oder später ein Skidepot eingerichtet, bevor die letzten Meter zu Fuß durch zunehmend steileres, felsdurchsetztes Gelände zum Gipfel führen.

Mit 960 Höhenmetern und 8,8 Kilometern ist der Weiße Knoten eine Tour, die sich gut an einem Tag ausgeht. Im Idealfall plant man beim Rückweg Zeit für einen kleinen Gegenanstieg zur Glorer Hütte inklusive Einkehr ein. Die Abfahrt von dort über die ideal geneigten Hänge durch das Kar ist ein stimmiger Abschluss der Tour. Technisch verlangt die Tour in der Steilstufe solide Spitzkehren, am Rücken und im Gipfelbereich sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt. Falls das Gipfelfinale vor Ort zu anspruchsvoll erscheint, kann man jederzeit umplanen und auf die Glorer Hütte als einfacheres Alternativziel umschwenken.

Skitour Weißer Knoten, Hidden Gem im Schatten des Großglokcners

Basecamps für die Hidden Gems

Am Ende der Kalser Glocknerstraße gelegen, bietet sich der Alpengasthof Lucknerhaus als perfektes Basecamp für winterliche Abenteuer rund um den Großglockner an. Von hier bricht man zu Touren wie dem Romariswandkopf oder dem Weißen Knoten auf. Nach einem langen Tag kehrt man in einen Ort zurück, der mit herzlicher Gastfreundschaft, gemütlichen Zimmern und Sauna fast genauso viel zum Erlebnis beiträgt wie die Tour selbst.

Wer hoch hinaus will, für den wird die Stüdlhütte zum nächsten Stützpunkt. In der Regel von Anfang März bis Anfang Mai geöffnet, thront sie auf 2.802 Metern oberhalb des Ködnitztals und ist mit ihrer besonderen Architektur und der eindrucksvollen Lage weit mehr als nur ein sicherer Hafen am Weg auf die höchsten Dreitausender Österreichs.

Im Schatten des Glockners

Skitouren wie der Romariswandkopf und der Weiße Knoten machen Osttirol im Winter so besonders. Hier zählt nicht nur der große Name, sondern auch das Dazwischen: die stillen Anstiege, die unberührten Täler, die Begegnungen mit Menschen, die seit Jahren in diesen Bergen unterwegs sind. Orte wie das Lucknerhaus oder die Stüdlhütte sind dabei weit mehr als nur praktische Stützpunkte. Sie sind Teil des Gesamterlebnisses, welches alpine Kompetenz, Naturverbundenheit und die tiefe Faszination für das hochalpine Unterwegssein miteinander verbindet. Wer sich auf diese ruhige Seite Osttirols einlässt, entdeckt rund um den Großglockner nicht nur beeindruckende Skitouren, sondern auch ein Stück alpiner Freiheit, das keiner großen Inszenierung bedarf – es ist einfach da!

Vielen Dank an Daniel Kubera von www.raufunddavon.at für diesen Beitrag.

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