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Wer zieht hier seine Kreise? Spuren lesen im Schnee

Wer zieht hier seine Kreise? Spuren lesen im Schnee
© Nationalpark Hohe Tauern Mathäus Gartner

Osttirol ist durch seine unberührte Natur ein Rückzugsort und Lebensraum für viele heimische Wildtiere. Die Big Five sind nur ein paar davon. Vor allem der Nationalpark Hohe Tauern mit seinen über 15.000 nachgewiesenen Tierarten ist bekannt für seine Artenvielfalt. Natürlich sind nicht immer alle Tierarten zu sehen, doch speziell im Winter hinterlassen die meisten von ihnen Spuren.

Wenn du schon einmal in der romantischen Winterlandschaft des Nationalpark Hohe Tauern unterwegs warst, entdeckst du bestimmt Abdrücke im Schnee. Stellt sich dir dann auch die Frage: „Wer könnte das wohl gewesen sein?“ Wir verraten dir interessantes Hintergrundwissen zum Spurenlesen im Schnee. Du kannst hier dein bereits vorhandenes Wissen testen und hoffentlich auch viel Neues lernen.

Spuren im Schnee

Spuren lesen – so alt wie die Menschheit selbst

Während das Spurenlesen früher eine notwendige Fähigkeit war, um Feinde oder Nahrung aufzuspüren, ist das Spurenlesen heute nur noch unter Jägerinnen, Jägern oder Wildtierliebhabenden wirklich verankert. Ein paar Spuren, Trittsiegel und Fährten sollte man als aufmerksame:r Naturnutzer:in jedoch trotzdem kennen. Alleine schon, um zu erkennen, ob ich als Skitourengeher:in oder Schneeschuhwandernde:r in diesem Bereich die Tiere stören könnte.

Grundbegriffe

Wer sich schon einmal mit dem Spurenlesen auseinandergesetzt hat, der ist vermutlich über eine Vielzahl von verschiedenen Begrifflichkeiten gestolpert. Ein Tritt oder ein Trittsiegel ist ein einzelner Fußabdruck. Spricht man von einer Spur oder einer Fährte, so versteht man darunter eine Folge von Tritten bzw. Trittsiegeln hintereinander.

Kann das überhaupt zusammenpassen?

Beim Beurteilen einer Spur oder einer Fährte gilt es, logisch zu denken. Kann der Fußabdruck mit Größe und Gewicht des von mir vermuteten Tieres übereinstimmen? So hinterlässt ein Reh mit knapp 20 Kilogramm weniger tiefe Tritte als Stein- oder Rotwild. Diese hingegen sinken mit ihren über 100 Kilogramm im Schnee natürlich viel tiefer ein.

Ein weiterer Punkt, welcher nicht außer Acht gelassen werden sollte, ist der Lebensraum der Tiere. So wird man z.B. im Tal auf 800 Metern Seehöhe kaum eine Schneehuhnspur finden. Schneehühner leben nämlich oberhalb der Waldgrenze. Aus manchen Spuren können Fachleute so einiges herauslesen: Handelt es sich um ein männliches oder weibliches Tier, war das Wildtier gemütlich unterwegs oder musste es flüchten.

Rehbock im Bast in Schneelandschaft

Energiesparmodus

Grundsätzlich versuchen Wildtiere ihre Hinterläufe bzw. Hinterpfoten exakt in die Abdrücke der Vorderläufe bzw. Vorderpfoten zu setzen. Bei großer Schneelage kann so Energie gespart werden. Wie wir alle wissen, leben Wildtiere im Winter auf Sparflamme. Diese Anpassung ist ein weiterer Mechanismus, um den schneereichen Winter im Nationalpark Hohe Tauern zu überstehen.


Übrigens, auch wir Menschen kennen und nutzen diesen Ablauf: Mit Tourenski über einen bereits gespurten Aufstieg zu gehen, ist viel weniger kräfteraubend, als wenn wir die Spur selbst ziehen müssten.

Überprüfe dein Wissen

Mit Klick auf das Bild erfährst du die Lösung. Wie viele Tierspuren kannst du richtig zuordnen?

Marderspur im Winter im Schnee Steinmarder
Dieses Tier ist nachtaktiv.
Klicke für die Lösung
Steinmarder Vollpräparat
der Steinmarder

Spur eines Eichhörnchens im Winter
Dieses Tier kann das 10-fache seiner eigenen Körperlänge weit springen.
Klicke für die Lösung
Eichhörnchen im Schnee
das Eichhörnchen

Schneehasenspur im Winter
Dieses Tier hat im Winter eine andere Farbe als im Sommer.
Klicke für die Lösung
Schneehase im Winterkleid
der Schneehase

Fischotter Spur im Winter im Schnee
Dieses Tier kann bis zu 7 Minuten tauchen.
Klicke für die Lösung
spuren-lesen-fischotter-praeparat
der Fischotter

Schneeschuhwanderspur vorm Großglockner 3.798 m
Tierspur?
Klicke für die Lösung
Wildtierbeobachtung mit Ranger am Fuße des Großglockners
Rangerwanderung mit Schneeschuhen am Fuße des Großglockners

Schneehuhnfährte im Nationalpark Hohe Tauern
Dieses Tier ist im Winter exzellent getarnt.
Klicke für die Lösung
Schneehühner
das Schneehuhn

Fuchsspur im Schnee Richtung Wasser
Bei diesem Tier nennt man das Gehen schnüren, da die Spur wie an der Schnur gezogen ist.
Klicke für die Lösung
Fuchs in Blumenwiese
der Fuchs

Noch nicht genug vom Spuren lesen?

Wenn du immer noch nicht genug vom Spurenlesen hast, dann solltest du unbedingt bei der geführten Rangerwanderung „Nature Watch: Auf Spurensuche im Defereggental“ teilnehmen. Gemeinsam mit dem Nationalpark-Ranger stapfst du durch das tiefverschneite hintere Defereggental und ordnest die entdeckten Spuren ihren Tieren zu.

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L. Humburg
L. Humburg
8. Januar 2026 18:50

Hallo, zuerst mal sehr gut, weil es im direkten Bezug zum Verursacher steht. Schön wäre es, wenn gerade kleine Besucher wie Maus, Spitzmaus, Mauswiesel, Ratte an Spuren gezeigt werden in Bezug zu den Bürgern die eher im Hausgarten Spuren lesen möchten. Vielen Dank
Es grüßt immer freundlich. Leo Humburg

Osttirol Redaktion
Osttirol Redaktion
Admin
Antwort an  L. Humburg
9. Januar 2026 12:05

Lieber Leo, danke für den netten Kommentar! 😊
Es freut uns, dass dir der Beitrag gefallen hat und du eine weitere Perspektive einbringst. Spurenlesen im Schnee ist tatsächlich ein sehr vielseitiges Thema, ob im Freien oder im Garten. Und es ist toll, wenn das Interesse dafür so groß ist.
Vielleicht bis bald beim Spurenlesen in Osttirol! 🔍

Uta
Uta
17. Februar 2022 11:41

Fischotterspuren im Schnee hab ich noch nie gesehen Danke!

Anja Naumann
Anja Naumann
Antwort an  Uta
11. März 2022 7:54

Ging mir auch so!
Macht weiter, echt spannend!

Osttirol Redaktion
Osttirol Redaktion
Admin
Antwort an  Uta
28. Februar 2022 8:54

Liebe Uta! Genau, man lernt nie aus. Auch wir sind immer wieder fasziniert von der Vielfalt im Nationalpark Hohe Tauern. Liebe Grüße, dein Osttirol Team