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4 Touren mit Panorama – Die schönsten Klettersteige in Osttirol

4 Touren mit Panorama – Die schönsten Klettersteige in Osttirol
© Verena Weiler

Der Termin steht schon seit Wochen im Kalender. Vielleicht sogar seit Monaten. Immer wieder hast du daran gedacht, hast die Wettervorhersage verfolgt und gehofft, dass genau dieser eine Tag hält, was er verspricht. Vorab hast du dich schon mit kleineren Klettersteigen oder Klettertouren vorbereitet, um wieder Vertrauen in den Fels zu gewinnen. Jetzt ist es endlich so weit: Eine Auswahl unserer liebsten vier Touren mit Panorama stellen wir dir hier genauer vor.

Der Rucksack sitzt, der Helm ist auf und die Karabiner klicken ins Stahlseil. Noch bevor der erste Höhenmeter geschafft ist, verändert sich etwas. Der Alltag bleibt unten im Tal zurück und der Blick richtet sich nur noch nach vorne. Jeder Griff verlangt Konzentration, jeder Tritt Vertrauen. Genau das macht Klettersteige so besonders. Sie fordern den Körper, schärfen den Kopf und schenken gleichzeitig dieses unvergleichliche Gefühl von Freiheit.

Vier Touren. Viermal Panorama. Vier ganz unterschiedliche Erlebnisse. Mal aussichtsreich und genussvoll, mal sportlich und fordernd. Eines haben sie alle gemeinsam: Oben wartet ein Ausblick, der jedes Mal aufs Neue sprachlos macht.

4 Touren mit Panorama im Überblick:

1. Panorama Klettersteig – Der Name ist Programm

Der Panorama-Klettersteig macht seinem Namen alle Ehre und fordert dabei weit mehr als nur einen kurzen Blick in die Ferne. Mit einer Schwierigkeit von C/D, einer Klettersteiglänge von 650 Metern und einer Kletterzeit von rund 3,5 Stunden sind neben Trittsicherheit und Schwindelfreiheit auch Ausdauer und Bergerfahrung gefragt.

Vom Parkplatz bei der Dolomitenhütte führt der Zustieg über die Karlsbader Hütte zum Einstieg am Kleinen Laserzkopf. Von dort führt die abwechslungsreiche Gratüberschreitung über den Großen Laserzkopf, die Kleine und Große Galitzenspitze sowie den markanten Daumen. Ständig geht es auf und ab, bis schließlich die Große Sandspitze (2.772 m) – der höchste Gipfel der Lienzer Dolomiten – erreicht ist.
Der Abstieg erfolgt über den Ari-Schübel-Steig oder alternativ über den anspruchsvolleren Gebirgsjägersteig zurück zur Karlsbader Hütte.

Begleitet wirst du dabei von den schroffen Felszacken der Lienzer Dolomiten. Die markanten Gipfel aus hellem Hauptdolomit und Kalkstein verleihen der Gebirgsgruppe ihr unverwechselbares Gesicht. Nicht ohne Grund werden sie im Volksmund auch „die Unholden“ genannt. Spätestens auf dem aussichtsreichen Grat wird klar, warum der Panorama-Klettersteig seinen Namen trägt.

2. Klettersteig Blauspitze – Ausblick auf den Großglockner

Kurz? Ja. Einfach? Ganz sicher nicht.
Mit der Gondel zur Adler Lounge sparst du dir zwar einige Höhenmeter, doch nach einer rund eineinhalbstündigen Höhenwanderung beginnt der eigentliche Spaß erst. Der Klettersteig Blauspitze fordert auf 200 Klettermetern, einer Schwierigkeit von C/D und einer Kletterzeit von rund 45 Minuten vor allem deine Armkraft. Der steile Südwestgrat mit seinen ausgesetzten und teilweise überhängenden Passagen verlangt volle Konzentration – und sorgt garantiert für den einen oder anderen Adrenalinkick. Genau diese Mischung aus Kraft, Technik und Panorama macht die Blauspitze zu einem echten Lieblingsklettersteig.



Oben angekommen wartet auf 2.575 Metern die wohl schönste Belohnung: ein beeindruckender Rundblick über die Gipfel der Glocknergruppe bis hin zum Großglockner, der hier zum Greifen nah scheint.

Die hochalpine Landschaft unterscheidet sich deutlich von den schroffen Felszacken der Lienzer Dolomiten. Statt heller Dolomitwände prägen raue Felsen, Geröllfelder und die mächtigen Dreitausender das Bild: eine Kulisse, die dieser Tour ihren ganz eigenen Charakter verleiht.

Vielleicht kennst du das: Du stehst voller Glücksgefühle am Gipfel, schaust ins Tal und fragst dich, warum du das nicht viel öfter machst.

3. Klettersteig Rote Säule – Aussicht und Adrenalin über dem Virgental

Die Rote Saile, wie sie im Virgental liebevoll genannt wird, verlangt Mut, Kraft und eine gehörige Portion Respekt. Mit einer Schwierigkeit von D/E, einer Klettersteiglänge von 350 Metern und einer Kletterzeit von rund einer Stunde gehört sie zu den anspruchsvollsten Klettersteigen Osttirols. Vor allem die steilen Leitern und die ausgesetzten Passagen sorgen für den einen oder anderen Adrenalinschub – und genau deshalb bleibt diese Tour so lange in Erinnerung.

Von der Sajathütte erreichst du den Einstieg bereits nach rund 15 Minuten. Gleich zu Beginn zeigen die ersten Leitern, wohin die Reise geht. Über festen Fels, steile Wandpassagen und die markante, senkrechte Platte arbeitest du dich Schritt für Schritt nach oben. Wer sich der noch schwierigeren Variante II stellt, braucht neben Schwindelfreiheit vor allem eines: starke Arme. Die überhängende Leiter bringt selbst erfahrene Klettersteiggeher:innen ordentlich ins Schwitzen.

Oben angekommen wartet auf 2.820 Metern die schönste Belohnung: ein Rundumblick, der jede Anstrengung vergessen lässt. Der Blick schweift von den Lienzer Dolomiten über die Venediger- und Glocknergruppe bis weit zu den Karnischen und Julischen Alpen. Einer dieser Momente, in denen man einfach stehen bleibt, tief durchatmet und die Aussicht genießt.

4. Klettersteig Großer Kinigat – Weitblick in den Karnischen Alpen

Unsere letzte von 4 Touren mit Panorama führt auf den Große Kinigat (2.689 m). Diese Tour ist nichts für jene, die möglichst schnell wieder im Tal sein wollen. Hier wartet eine 650 Meter lange Klettersteigroute mit einer Schwierigkeit von D, die Kraft, Ausdauer und Konzentration verlangt. Vor allem die steilen Passagen am Wandpfeiler und die anspruchsvollen Platten bringen dich ordentlich ins Arbeiten – Aufgeben ist dabei keine Option, denn Notabstiege gibt es keine.

Doch genau das macht den besonderen Reiz dieser Tour aus. Nach rund 2,5 Stunden Kletterzeit ist das Ziel nämlich noch nicht erreicht: Erst nach weiteren 45 Minuten stehst du schließlich auf dem Großen Kinigat und blickst über die Karnischen Alpen bis zu den Sextner Dolomiten.

Wer hier unterwegs ist, spürt schnell den Unterschied zu den anderen Klettersteigen. Weniger Stahlseil, mehr Hochgebirge. Weniger Trubel, mehr Natur. Eine Tour, die dich fordert – dennoch mindestens genauso viel zurückgibt.

Nach diesen 4 Touren mit Panorama bleibt vor allem eines: das Gefühl.

Egal, für welche Tour du dich entscheidest: am Ende nimmst du mehr mit nach Hause als nur schöne Fotos. Vielleicht müde Arme, ein bisschen Muskelkater und ganz sicher unvergessliche Ausblicke. Wenn der Alltag unten im Tal geblieben ist, dann lass auch das Handy zwischendurch einfach im Rucksack. Die Berge brauchen keinen Filter, außerdem entstehen die schönsten Erinnerungen sowieso dort, wo man den Moment wirklich erlebt.

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