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Fliegenfischen an der Isel: Wo Natur zur Meditation wird

Fliegenfischen an der Isel: Wo Natur zur Meditation wird
© Michael Obwexer

Wer in Osttirol am Ufer der Isel steht, spürt sofort: Die Isel ist mehr als nur ein Fluss. Sie prägt die Landschaft, bestimmt den Rhythmus der Natur und vermittelt eine besondere Ruhe, die man so nur selten findet. Für Michael Obwexer, Gastgeber im Hotel Rauter, ist die Isel nicht nur ein Fluss, sie ist Heimat. Seit Generationen ist sie Herzstück einer Leidenschaft: das Fliegenfischen.

Ein Juwel unter den Alpenflüssen: Die Isel

Die Isel zählt zu den letzten frei fließenden Gletscherflüssen der Alpen. Unverbaut und lebendig bahnt sie sich ihren Weg durch Osttirol. Während viele Flüsse längst reguliert wurden, darf die Isel hier noch frei fließen. Schon in den 1950er-Jahren erkannten Gäste des Hotels den besonderen Wert dieses Gewässers und wussten die Isel als echten Naturraum zu schätzen. Für passionierte Fliegenfischer ist die Isel bis heute ein Geheimtipp.

Die Königsdisziplin am Wasser

Fliegenfischen beginnt nicht mit dem Wurf, sondern mit der Beobachtung:

  • Welche Insekten schlüpfen?
  • Was treibt auf der Oberfläche?
  • Wie verhält sich die Strömung?

Erst danach wird die passende künstliche Fliege gebunden. Mit Federn und feinstem Material, das dem natürlichen Vorbild täuschend ähnlich sieht. Anschließend entscheidet die Technik. Die Fliege muss so präsentiert werden, als wäre sie ein echtes Insekt. Ein paar Zentimeter entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Hierbei geht es nicht um möglichst viele Fische, sondern um Geduld und das Erlebnis selbst. Es ist das ruhige Beobachten des Wassers, das Warten auf den richtigen Moment und das Gefühl, ganz im Rhythmus des Flusses zu sein. Jeder Wurf ist ein kleiner Versuch, Teil dieser natürlichen Bewegung zu werden. Und manchmal ist genau dieses stille Zusammenspiel mit der Natur der größte Fang.

Fliegenfischen als bewusste Form der Fischerei

Fliegenfischen unterscheidet sich klar vom klassischen Angeln. Viele Gäste empfinden diese Form der Fischerei als meditativen Ausgleich zum Alltag. Michael beschreibt es treffend: Wer drei bis vier Stunden konzentriert fischt, ist danach nicht körperlich, sondern mental müde, aber zugleich vollkommen entspannt. Das stetige Rauschen des Wassers, die Sonne auf der Haut, ein leichter Wind und das Rascheln der Blätter im Hintergrund sind für Michael wie Meditation. All das schafft eine besondere Atmosphäre der Ruhe, denn meistens ist man dabei ganz für sich allein. Gerade das macht das Erlebnis an der Isel so besonders. Denn entlang des Flusses gibt es viel Raum und unberührte Abschnitte. Auf über 50 Kilometern privatem Revier finden Gäste des Hotels immer wieder stille Plätze, an denen sie die Natur ungestört genießen können. Nicht selten fischt man mehrere Kilometer an der Isel, ohne einer anderen Person zu begegnen.

Verantwortung an der Isel

Gefischt wird nach dem Prinzip „Catch & Release“. Die Fische werden schonend gefangen und gleich wieder zurückgesetzt. Widerhaken sind dabei nicht erlaubt. Auch beim Besatz wird bewusst gearbeitet, denn es werden keine großen Zuchtfische eingesetzt. Stattdessen setzt man auf natürliche Entwicklung und Methoden, bei denen Fische bereits als Eier im Fluss heranwachsen. So entstehen kräftige, wild aufgewachsene Fische, die perfekt an die Strömung des Gletscherflusses angepasst sind.  Profis erkennen das an Färbung, Körperbau und Flossenform.

Früher wurde vor allem für die Küche gefischt. Heute steht das Erlebnis im Vordergrund. Nur gelegentlich nehmen Gäste ihren Fang mit ins Hotel. Wenn sie diesen mitbringen, wird er in der Küche frisch und regional zubereitet. Mit einem guten Glas Wein wird so ein Abschluss eines besonderen Tages an der Isel genossen.

Neue Lebensräume, neue Chancen

Die Isel wird Schritt für Schritt renaturiert. Ufer werden zurückgebaut, natürliche Strukturen entstehen und wichtige Lebensräume verbessern sich. Fischerinnen und Fischer beobachten, dass die Bestände wieder wachsen und Arten wie die Äsche zurückkehren. Das ist eine Entwicklung, die besonders jene spüren, die regelmäßig am Wasser sind.

Früher Saisonstart

Die Fliegenfischersaison beginnt an der Isel bereits am 10. März und damit früher als noch vor einigen Jahren. Gerade der Saisonbeginn hat seinen besonderen Reiz. Die Natur erwacht langsam, die Landschaft ist ruhig und der Fluss zeigt sich kraftvoll. Wer Osttirol von dieser Seite erleben möchte, findet heuer schon ab Mitte März den perfekten Zeitpunkt dafür. Michael hat beim Fischen schon oft erlebt, wie lebendig die Isel ist. Während er am Wasser steht, taucht plötzlich ein Biber auf, ein Marder huscht vorbei oder es zeigt sich eine Hirschkuh mit Hirschkalb. Und mit etwas Glück kann auch dein Tag an der Isel genau so einen Moment bereithalten.

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