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Lieblingsplätze: 4 Geheimtipps in Osttirol

Lieblingsplätze: 4 Geheimtipps in Osttirol
© TVB Osttirol/Peter Blaha

Jeder hat ihn: diesen einen besonderen Ort, den man am liebsten für sich behalten würde. Vielleicht ein verstecktes Bankerl mit Aussicht, ein kleines Kirchlein am Berg oder ein Platz am Ufer eines wilden Flusses. Orte, die nicht jeder kennt und die gerade deshalb ihren ganz eigenen Zauber haben. In Osttirol gibt es viele solcher versteckten Lieblingsplätze. Kleine Geheimplätze abseits der bekannten Wege, an denen man innehalten, durchatmen und die Welt für einen Moment vergessen kann. Ich habe 4 Osttirolerinnen und Osttiroler gefragt, ob sie mir ihre geheimen Lieblingsplätze anvertrauen. Und das Schöne daran: Diese kleinen Geheimnisse der Osttiroler Bergwelt lassen sich nicht nur im Sommer entdecken, auch im Winter führen Wege zu ihnen. Mal versteckt im satten Grün, mal eingehüllt in eine stille Schneedecke, warten sie das ganze Jahr darauf, entdeckt zu werden. Ich verrate sie auch dir, aber pssst… diese Plätze bleiben unter uns! Vielleicht entdeckst du unter diesen vier versteckten Orten ja deinen ganz persönlichen Lieblingsplatz.

1. Ein Geheimtipp zwischen Himmel und See: der Staller Sattel

Pssst … hoch oben zwischen den Bergen versteckt sich ein ,,Platzl“, das man am liebsten nur mit seinen engsten Menschen teilen möchte. Auf über 2.000 Metern, dort, wo sich die Gipfel der Rieserferner- und Deferegger Alpen auftürmen, liegt der Obersee. Ruhig, glasklar und eingebettet in eine Landschaft, die man so schnell nicht vergisst. Wer hier ankommt, entdeckt mehr als einen schönen Ausblick: einen Ort zum Durchatmen, Verweilen und Staunen.

Je nach Jahreszeit zeigt sich dieses besondere Fleckchen von einer anderen Seite. Im Sommer schmiegen sich grüne Almwiesen an die Berghänge, im Herbst leuchten die Lärchen golden und im Winter verwandelt sich die Bergwelt in eine stille, verschneite Landschaft. Wer die winterliche Ruhe besonders intensiv erleben möchte, kann den Winterwanderweg am Staller Sattel entdecken und die verschneite Natur Schritt für Schritt auf sich wirken lassen. Hoch oben an der Grenze zwischen Osttirol und Südtirol scheint die Welt ein wenig weiter weg. Und genau das macht den Staller Sattel zu einem dieser Plätze, den man gerne für sich behält.

2. Hollbruck: Das bleibt unter uns

In Hollbruck bei Kartitsch versteckt sich ein weiteres geheimes Plätzchen. Wenn sich die Landschaft in ihr winterliches Kleid hüllt, bekommt dieser Ort etwas beinahe Märchenhaftes. Im Mittelpunkt steht die Wallfahrtskirche Maria Hilf, deren Geschichte bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht. Der Überlieferung nach soll sich hier im Jahr 1650 ein Wunder ereignet haben. Was genau geschah, wurde zum Ursprung einer Wallfahrt, die so viele Menschen anzog, dass schließlich eine eigene Kirche errichtet wurde.

Zwischen barocker Pracht und der stillen Bergwelt liegt bis heute ein Hauch von Geheimnis. Ein Ort, an dem man unwillkürlich innehält und sich fragt, welche Geschichten diese Mauern wohl erzählen könnten. Wer danach noch Lust hat, die winterliche Umgebung zu erkunden, findet in Hollbruck einen schönen Ausgangspunkt für Winterwanderungen. Der Weg führt von der Kirche Hollbruck durch das Dorf und weiter auf einem präparierten Winterwanderweg durch den Wald Richtung Rabland und Heinfels. Ein Tipp für alle, die das romantische, ruhige Osttirol lieben.

4. Burgruine Walchenstein: Zwischen alten Mauern neue Gedanken finden

Alte Mauern, Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten und ein verstecktes Platzerl, das längst nicht jeder kennt: Willkommen bei der Burgruine Walchenstein in der Gemeinde Iselsberg-Stronach. Jahrelang versteckte sich die Ruine zwischen Bäumen und Büschen. Ein echter Geheimtipp, der erst seit einem Sturm im Jahr 2018 wieder weithin sichtbar ist. Die Burganlage wurde 1274 von den Görzer Grafen errichtet und war einst Teil des Befestigungsrings rund um Schloss Bruck bei Lienz. Heute sind die erhaltenen und gesicherten Mauern öffentlich zugänglich. Was früher der Verteidigung diente, ist heute ein besonderer Ort zum Entdecken, Verweilen und Innehalten. Zwischen den alten Steinmauern lässt sich Geschichte hautnah erleben.

4. St. Nikolaus Kirche: Ein versteckter Kunstschatz über den Dächern von Matrei

Wer in Matrei in Osttirol unterwegs ist, entdeckt sie vielleicht schon von Weitem: Auf einer kleinen Anhöhe an der Schattseite thront die St. Nikolaus Kirche und bildet gemeinsam mit dem Mesnerhaus und einem benachbarten Bauernhof ein ganz besonderes Ensemble. Was viele auf den ersten Blick nicht vermuten: Hinter den historischen Mauern verbirgt sich ein wahrer Kunstschatz. Die Kirche zählt zu den ältesten in Osttirol und begeistert im Inneren mit beinahe einzigartigen romanischen Wand- und Gewölbemalereien, die bis ins Jahr 1200 zurückreichen. Farbenprächtige Szenen erzählen von der Schöpfung der Welt, den vier Elementen und der Offenbarung des Johannes. Auch die originale Glockenaufhängung ist eine Besonderheit: Die Glocken bewegen sich beim Läuten wie in einer Wiege und erzeugen dadurch einen besonders warmen, langen Klang.

Gut zu wissen: Die St. Nikolaus Kirche liegt im Ortsteil Ganz in Matrei in Osttirol. Sie wurde bereits 1346 erstmals urkundlich erwähnt, dürfte aufgrund archäologischer Funde aber noch deutlich älter sein. Bekannt ist sie übrigens auch als Filmschauplatz: Einige Innenaufnahmen des Films „Das ewige Lied“ mit Tobias Moretti entstanden hier.

Vier versteckte Lieblingsplätze, viermal durchatmen und einmal mehr verlieben

So, jetzt haben wir vier unserer liebsten Geheimtipps mit euch geteilt. (Obwohl man solche Geheimplätze am liebsten für sich behalten würde.) Aber Osttirol hat noch viele weitere versteckte Schätze, die nur darauf warten, entdeckt zu werden. Und manchmal sind es nicht nur besondere Orte, sondern auch die leisen Klänge der Natur, die uns innehalten lassen, wie die herbstlichen Geräusche, die Osttirols Landschaft zu einem Erlebnis für alle Sinne machen.

Wer weiß: Vielleicht entdeckst du bei deinem nächsten Osttirol-Besuch ein Lieblingsplatzl, das es noch nicht auf unsere Liste geschafft hat. Also Augen offen halten, ein bisschen neugierig bleiben und die schönsten „Platzerl“ selbst erkunden.

Jetzt bist du dran: verrätst du uns deinen Lieblingsplatz in Osttirol? Wir freuen uns immer über neue Geheimtipps!

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