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Mit 520 PS über die Weltcup-Piste

Mit 520 PS über die Weltcup-Piste
© Peter Märkl

Gib. Es. Zu! Er macht dich an. Wenn du ihn siehst, möchtest du Skier oder Snowboard abschnallen, in den Pistenbully einsteigen und los geht’s! Kein Problem: In den beiden Osttiroler Skigebieten Hochstein und Zettersfeld können Urlauber genau das tun, nämlich Pistenbully fahren.

Schönen Skitag gehabt? Klar. Das Zettersfeld, die Sonnenterrasse der Dolomitenstadt Lienz, reicht bis auf 2.278 Meter Höhe. 21 Kilometer Pisten breiten sich hier vor den Wintersportlern aus, aber – wie überall – um vier Uhr ist Schluss. Das gleiche am Hochstein. Damit die Gäste am nächsten Tag wieder eine perfekt präparierte Piste vorfinden, bereiten David und seine Kollegen die Pistenraupen vor. Für sie beginnt jetzt die Arbeit.

Pistenbully fahren: 13.500 Kilo unterm Sitz

Während es für Mitfahrer mit der Schlossbergbahn ein letztes Mal Richtung Moosalm geht, tankt David seinen Pistenbully auf. 300 Liter Kraftstoff schluckt der. Nach dem Dampfstrahlen reinigt er die riesige Frontscheibe, prüft die Technik – und startet. 13.500 Kilo rollen dann aus der Garage, 520 PS. Der Hersteller bietet übrigens auch biologisch abbaubares Hydrauliköl an, in den Werken selbst wird mit Solarstrom und regionalen Lieferanten gearbeitet. Und: Die Pistengerät-Flotte der Lienzer Bergbahnen ist als einzige in Osttirol teils mit Schneehöhen-Messgeräten ausgestattet. Damit wissen die Fahrer immer genau, wo noch genügend Schnee liegt, beziehungsweise wo es knapp wird. Damit können sie ökologischer und wirtschaftlicher als in der Vergangenheit arbeiten.

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Bis zu 35 Prozent Steigung bewältigt der Pistenbully auf der Weltcup-Strecke. Ein Seil hilft dabei.

„Ich kann mir nix anderes vorstellen“

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Alles im Blick: Die Pistenraupenfahrer arbeiten mit High-Tech-Geräten.

So weit, so gut, endlich geht‘s los. Erst drehen wir vor der Moosalm eine Runde. A bisserl wie Rasenmähen, nur mit Schnee. Und alles viel größer. Ob David den Job gern macht? „Das ist für mich das beste“, sagt er. „Ich kann mir nix anderes vorstellen.“ Und dann bedauert er: „Leider geht’s ja nur ein paar Monate.“

Für den Nachwuchs, der den Berufswunsch Feuerwehrmann gleich eintauscht gegen Pistenraupenfahrer:in. Mit dem ganz normalen Autoführerschein, viel Fahrerfahrung und technischem Verständnis steht der neuen Berufswahl nichts im Weg. Und während David erzählt, sind wir bei der schwarzen Weltcup-Piste angekommen. Es wird steil. Und man wird still. Die untergehende Sonne überzieht die umliegenden Berggipfel langsam mit Blattgold und die Stadt liegt schon im Schatten. 

Panoramablick zur blauen Stunde

Für David geht’s jetzt richtig los. Bei einer Steigung von bis zu 35 Prozent lässt er sich von der Seilwinde unterstützen. Denn ist die Schneeunterlage zu weich, schafft die Pistenraupe den Weg ohne Hilfe nicht nach oben. „Es ist jeden Tag anders“, erklärt er. Der Schnee ist immer anders, die Temperaturen machen viel aus. Und wenn es nachts schneit, sitzt er morgens um vier Uhr schon am Steuerknüppel. Aber dann ist es auch am schönsten – wenn’s kalt ist und es frisch geschneit hat. Nur die abendlichen und nächtlichen Tourengeher machen ihm Sorgen: „Da das Aufsteigen und Abfahren während der Pistenpräparierung lebensgefährlich ist, wird ein eigenes Lenkungssystem installiert werden“, sagt David. Außerdem fährt er dann an einigen Tagen später los, damit Tourengeher bei Vollmond mehr Zeit haben. Zu anderen Zeiten wiederum sind die Pisten gesperrt – für eine sichere Präparierung.

Und so geht‘s weiter, Bahn für Bahn. Immer mit Panoramablick auf Lienz, wo zur blauen Stunde erste Lichter und Lampen zu funkeln beginnen. Für Urlauber ist die Runde im Pistenbully nach rund anderthalb Stunden vorbei. David fährt noch weiter. Bis zu fünf Stunden ist er insgesamt unterwegs. Damit’s morgen auch wieder ein super Skitag wird. 

Preise & Anmeldung zum Pistenbully fahren

Auf der Website der Lienzer Bergbahnen kannst du dein Pistenbully Erlebnis buchen.

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