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22. Mai 2020

Fünf Gründe für einen Besuch im Nationalpark Hohe Tauern Osttirol

Glasklare Bergseen und rauschende Gletscherbäche, weitläufige Almen und enge Schluchten, der Duft der Zirben, die Wärme der Sonne oder die Umtriebigkeit der Bergbauern. Die Vielfalt des Nationalpark Hohe Tauern – dem größten Nationalpark Österreichs – lässt sich nicht in ein paar wenige Bilder packen. Ein Besuch vor Ort aber reicht aus, um zumindest einige der vielen Facetten zu erleben, die ihn prägen. Diese urige Bergwelt ist einzigartig. Wir haben unseren Sommerurlaub letztes Jahr wieder in Osttirol verbracht. Fünf Gründe warum der Nationalpark beim nächsten Mal auf eurer Urlaubsliste stehen sollte:

Grund 1: Das Wasser im Nationalpark Hohe Tauern

Auf den Spuren des Wassers folgt man nicht nur durch das Teischnitz- oder das Dorfertal rund um Kals und den Weiler Taurer. Die Umbalfälle im gleichnamigen Umbaltal sind sogar mit einem Naturkraftweg und aussichtsreichen Plattformen des Nationalparks erschlossen. Auf den Pfaden im hinteren Virgental lässt sich das Element in all seinen Facetten erleben, die Kraft spürt man entlang der Wasserfälle, die Ruhe an den eisigen Bergseen, wie dem Dorfersee.

Grund 2: Die Gastgeber im Nationalpark Hohe Tauern

Sich heimisch fühlen in den Wanderhotels, zum Beispiel beim Taurerwirt in Kals am Großglockner oder dem Naturhotel Outside in Matrei, ist das einfachste der Welt. Allein die Begrüßung ist so herzlich, dass man gar nicht mehr auschecken möchte. Die Zimmer sind warm eingerichtet, rustikal im Bergcharakter und dennoch modern. Serviert werden in liebevoll hergerichtetem Ambiente regionale Spezialitäten und gehobene Küche, wenn das gewünscht ist. Die Hotels machen viel zum Thema Nachhaltigkeit, auf der Karte lassen sich viele regionale Köstlichkeiten finden. Genießer sind in den Nationalpark-Partnerhotels genau richtig.

Grund 3: Die Wege

Weitwandern und Gipfel „schaugn“ (wie es die Osttiroler nennen)? Die Route über das Teischnitztal zur Stüdlhütte bietet nicht nur atemberaubende Blicke auf den Großglockner, sondern führt Bergfreunde zu den Ursprüngen des deutschsprachigen Alpenvereinwesens und des Kalser Bergtourismus. Zur Stüdlhütte, dessen Namensgeber Johann Stüdl die Kalser Bergwelt unter anderem den Grundstein des Bergtourismus gelegt hat. Das Teischnitztal beginnt hinter dem Weiler Tauer Über einen Forstweg und an einem Bergbach entlang führen Serpentinen bis zu einem Gatter. Nach etwa einer Stunde und immer begleitet durch die Kraft des Wasser gelangen Bergfreunde schließlich an eine Weggabelung. Geradeaus weiter geht es zum Talschluss. Rechts hoch bewegen sich die Wanderer, die entweder zu einem Kraftplatz wollen (im Taurerwirt sagt man sich, dass die Nickerchen hier oben sehr erholsam sein sollen) oder zur Stüdlhütte. Und dann zeigt sich zum ersten Mal der Großglockner – der höchste Berg Österreichs mitten im Nationalpark Hohe Tauern. An diesem Spätsommertag ist der Gipfel nach einer nassen Nacht eingezuckert. Darunter breitet sich der Gletscher aus, dessen Bruch den Bergbach speist, der durch die Teischnitzebene ins Tal fließt. Diesem Anblick nähert man sich auf dem gesamten Weg nach oben auf rund 2801 Meter Seehöhe. Auch nach der Stüdlhütte ist Glockner-Gipfel „schaugn“ auf den Hausbergen Schere oder Fanatkogel angesagt. 

Grund 4: Das Wesen

Der Nationalpark Hohe Tauern besticht nicht nur durch seine hohen Gipfel, die scheinbar endlosen Hochtäler oder die Tierwelt. Selbst die Wälder, im besonderen die Zirbenwälder oder die Almen, sind sehenswert und man könnte dort oben meinen, dass die Zeit stehen geblieben sei. Wird der Tag dann noch durch die Knödel vervollständigt, beispielsweise eine Kaspressknödelsuppe oder Spinat- oder Tomatenknödel in Butter angeschwitzt mit Kraut auf der Clarahütte im hinteren Virgental hat man seinen Bergtag würdig abgeschlossen. Die Osttiroler sind herzlich und offen, gesprächige und wirken wie lange Vertraute. Man merkt, dass dort oben am Berg und in der Nationalparkregion Osttirol die Sonne oft scheint. 

Grund 5: Das wilde Leben

Tierbeobachter finden nicht nur auf dem Adlerweg Osttirol ihr Glück. Ferngläser erleichtern die Suche nach Steinböcken oder Gämsen, man braucht sie aber nicht zwingend. Wer Glück hat und den vielen einsameren Pfaden durch die Hochtäler folgt, darf sich auf ein Rendezvous mit den Vierbeinern einstellen. Und da sind ja noch die Murmeltiere. Ein ganz besonderes Ereignis ist eine Tour mit den Rangern, den Hütern des Nationalparks. Sie teilen ihr Wissen mit den Wanderern und zeigen, wie der Schutz der Tierwelt im Nationalpark und die Natur erleben perfekt gelingt.

Text: Verena Mörzl.
Verena war für den Nationalpark Hohe Tauern als freie Journalistin in der Nationalparkregion unterwegs – ebenso schreibt sie für ihren Blog pineappleloves Geschichten und Abenteuer auf und nimmt ihre Leser zurück mit in die Berge. Weitere Geschichten aus der Nationalparkregion Osttirol hat die Journalistin und Naturliebhaberin auf ihrem Outdoorblog Pineapple Loves veröffentlicht. 

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