Simon Holzer

22. Juli 2019

Großer Zunig – ein Berg, viele Facetten

Westlich der Marktgemeinde Matrei thront er, der Große Zunig. Aufgrund seiner zentralen Lage ist der Große Zunig einer der schönsten Aussichtsberge in ganz Osttirol. Mit einer Höhe von 2776m hat man einen idealen Rundumblick auf die umliegenden Berggruppen wie auf die Schobergruppe, die Venedigergruppe und auf die Glocknergruppe.

Großer Zunig - Blick in die Glocknergruppe
Blick auf die Glocknergruppe inklusive auf den Großglockner

Morgenstund hat Gold im Mund

Mit diesem Motto starten wir (Marco Außerlechner und meine Wenigkeit) um 02:00 Uhr morgens unsere Tour Richtung Gipfel. Unser Ziel war es vor dem ersten Sonnenstrahl, also vor 05:30 Uhr, den Gipfel des großen Zunigs zu erreichen. Eine zusätzliche Motivation liefert die atemberaubende Sicht auf bekannte Bergriesen, wie den Großglockner, den Großvenediger und den Hochschober.

Vom Tal ins Hochgebirge und wieder retour

Unsere Bergtour beginnt im Ortszentrum von Bichl. Das Auto wird stehen gelassen und der Fußmarsch Richtung Gipfel beginnt. Unser erstes Etappenziel war die Zunigalm auf einer Höhe von 1846m. Über Asphaltstraßen, Forstwege und beschilderten Steige erreichten wir nach ca. 1,5 Stunden dieses erste Etappenziel.

Das zweite Ziel, auf unserem Weg zum Gipfel, war der Zunigsee auf einer Höhe von 2110m. Die sternklare Nacht verhieß einen wolkenfreien Sonnenaufgang.  Vom Zunigsee ging es über einen beschilderten Steig in Richtung drittes Etappenziel, dem Zunigtörl auf einer Höhe von 2355m. Nun begann es bereits leicht zu dämmern. Unser Weg führt uns über einen ausreichend breiten Gratrücken und über Stellen mit Seilversicherungen direkt zum Gipfel. Um 5:00 Uhr erreichten wir unser Endziel, den Gipfel des Großen Zunig.

Gipfelsieg am großen Zunig. Sonnenaufgang um 05:30 Uhr
Gipfelsieg am großen Zunig. Sonnenaufgang um 05:30 Uhr

Gipfelmoment am großen Zunig

Unser Gipfelmoment war, als der erste Sonnenstrahl über die fernen Bergkämme streifte und somit das Leben am Berg langsam wieder von seiner nächtlichen Ruhepause erweckte. In diesem Moment weiß man, dass es sich gelohnt hat, um 2:00 Uhr morgens 1750 Höhenmeter reinen Aufstieg durchzuziehen. Man hält kurz inne und genießt.

Zunigalm – eine Alm mit gewissen Vorzügen

Wenn es einen Aufstieg gibt, muss es auch einen Abstieg geben und unser Abstieg führt uns direkt zur Zunigalm. Hoch über Matrei, auf 1846m gelegen, ist die Zunigalm für ihre Küche berühmt. Die Hüttenwirtin, die von allen liebenswert Moidl genannt wird, begrüßt uns schon in aller herrgottsfrüh auf der großen Sonnenterasse. Mit diesem Fernblick ins Tauern- und Virgental sowie auf die Glockner- und Granatspitzgruppe, treten wir in die gemütliche Stube der Zunigalm ein.

Bei einer Tasse Kaffee plaudern wir über unsere frühmorgendliche Tour auf den Matreier Hausberg. Die Küche der Zunigalm ist weithin berühmt. Vor allem das riesige Heidelbeeromelette, für das man möglichst gleich zwei Bestecke verlangt, der hausgemachte Apfelstrudel und die Tiroler Brettljause sind nur wenige Gerichte auf der Speisekarte, die man nur empfehlen kann. Außerdem bietet die Zunigalm Übernachtungsmöglichkeiten für 16 Personen im Bergsteigerlager an.

Matreier Zuniglauf – ein Berg, drei Bewerbe

Jedes Jahr im September geht der Zuniglauf in Matrei über die Bühne. Der Zuniglauf ist ein Bewerb für Mountainbiker, Bergläufer und Nordic- Walker. Auf einer Gesamtlänge von 8,3 km, bestreiten die Athleten auf drei unterschiedlichen Strecken einen Höhenunterschied von 925 Metern. Das Event startet für alle Teilnehmer mit einem Massenstart und das Ziel für jeden Einzelnen ist die Zunigalm auf 1848m.

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