Simon Holzer

9. Juli 2020

Kegelstein– Geschichte eines Gipfelkreuzes

Viele von uns waren wohl schon einmal am Rotenkogel auf 2762m, der hoch über dem Skigebiet Großglockner Resort thront. Dieser Berg fasziniert nicht nur mit seiner atemberaubenden Aussicht über das gesamte Iseltal, sondern auch mit dem grandiosen Blick auf den höchsten Berg Österreichs, den Großglockner.

Das Gipfelkreuz am Rotenkogel, das einer Stimmgabel gleicht, ist in unseren Breiten ein einzigartiges Kunstwerk im Hinblick auf die zahlreichen anderen Gipfelkreuze, welche den Abschluss eines jeden Berges bilden.

Kegelstein
Abendstimmung am Gipfelkreuz. (C) Robert Trojer

Neues Gipfelkreuz für den Kegelstein

Doch nur einige wenige kennen auch den etwas niedrigeren Kegelstein, der sich hoch über Oberpeischlach befindet. Als Hausberg der Oberpeischlacher gehört der Kegelstein mit seinen 2418m zu den niedrigeren Berge der Granatspitzgruppe.

Heute nehme ich euch mit und erzähle euch die Geschichte eines Gipfelkreuzes, von der Idee bis zur Umsetzung und der Faszination eines Berges, der durch den Zusammenhalt von einigen jungen Burschen zu neuem Glanz erstrahlen konnte.

Ideenschmiede am Peischlerberg

Die Idee von einem neuen Gipfelkreuz entsteht eigentlich nicht als Spaß. In unserem Fall jedoch kann man schon von einer spontanen Aktion sprechen. Alles beginnt mit einem Gedanken und endet meistens, wenn alles nach Plan läuft, mit einem neuen Gipfelkreuz am Berg. Eine lange Vorbereitungszeit und ein gut organisierter Plan sind Zutaten, die man wohl braucht, um ein solches Monsterprojekt in die Tat umsetzen zu können. Aus Spaß wurde Ernst und das erste Material für das neue Gipfelkreuz wurde bereits wenige Tage nach der Ideenfindung am Peischlerberg angeliefert. 

Mit der Nachricht „Hetz werds ernst“ startet unser Projekt am Berg. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen, das Gipfelkreuz ist fertig und die eigentliche Arbeit kann nun beginnen.

Erster Aufstieg zum Kegelstein

Eines ist uns allen klar, das Projekt „neues Gipfelkreuz für`n Kegelstein“ wird kein einfaches Unterfangen und benötigt einen starken Zusammenhalt von uns allen. Sieben starke Männer mit Tragegurten und gefühlten 60kg schweren Zementsäcken gehen vom Startpunkt „Gol- Hütte“ hoch zum Gipfel am Kegelstein. In mehreren Etappen werden die 10 Stück Zementsäcke mit je 40kg hoch zum Ziel getragen. Der Wettergott ist uns gnädig und bei strahlend schönem Wetter geht es am gut markierten Steig hoch zum Gipfel. Bis in die späten Abendstunden werden fleißig die Säcke von einer Etappe zur nächsten getragen und dann gut verpackt für den Folgetag platziert.

Am nächsten Tag geht es für uns mit Kanistern voller Wasser wieder hoch zum Kegelstein, um unser Bauprojekt nach Plan weiter zu verfolgen. Das heutige Ziel ist es, den Sockel für unser neues Gipfelkreuz zu betonieren. Gesagt, getan. Am Ende des Tages steht das fertige Fundament für das neue Kreuz.

Zweiter Aufstieg zum Kegelstein

Eine Woche vergeht und unser Projekt steht kurz vor dem Abschluss. Passend zu HERZ JESU wurde der wohl wichtigste Schritt in die Tat umgesetzt. Das Ziel des heutigen Tages ist es, das fertige Gipfelkreuz hoch zum Kegelstein zu bekommen. Mit dem Schlepper geht es hoch zur „Gol- Hütte“. „Wie bekemm ma wohl des schware Drum do auchen“? Vom Ausgangspunkt geht es in der Morgendämmerung hoch bis zum Gipfel, so zumindest der Plan. Ziemlich schnell merken wir, dass die schwierigste Passage bereits am Anfang unseres Vorhabens liegt. Das ca. 200kg schwere Gipfelkreuz fordert unsere gesamte Muskelkraft.

Unter erschwerten Bedingungen (kurz zuvor hat es stark geregnet) geht es über den schmalen und recht steilen Steig hoch bis zur Waldgrenze und dann weiter bis zum Gipfel. Nach fünf Stunden Aufstieg und gefühlten 3 Litern Wasserverlust erreichen wir am frühen Nachmittag unser Ziel. Nun beginnt die Montage des etwa 4m hohen und 200kg schweren Gipfelkreuzes am betonierten Sockel. Der Spaß darf bei solchen Momenten für die Ewigkeit natürlich auch nicht fehlen. Obwohl der „Kegelstoan“ mit seinen 2418m relativ niedrig ist, darf ein Blitzableiter auf einer solchen freien Fläche nicht fehlen. Das i-Tüpfelchen ist nicht nur das selbst errichtete Gipfelkreuz, sondern auch die kleinen Highlights, wie das Gipfelbuch und die selbst designte Steintafel, welche das Gesamtbild abrunden.

Der Zusammenhalt guter Freunde und ein gemeinsames Ziel „ein neues Gipfelkreuz für`n Kegelstoan“ lässt den Berg in neuem Glanz erstrahlen.

Kegelstein
Team Kegelstein