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Blütezeit in Osttirol: die besten Heilkräuter am Wegesrand

Blütezeit in Osttirol: die besten Heilkräuter am Wegesrand
© Manfred Richter

Orte, Gipfel und Baumarten zu benennen ist für viele Einheimische und Urlaubende kein Problem. Doch wie sieht’s mit den zahlreichen Kräutern und Pflanzen aus, die am Wegesrand, in Wiesen, Wäldern und auf Almen blühen? Ob knallig bunt oder doch unscheinbar – die natürliche Wirkung auf Körper und Geist kennen heute nur noch wenige. Wir stellen euch sieben Heilkräuter in Osttirol vor, die ihr auf einem Spaziergang finden könnt. 

1. Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) 

Der Spitzwegerich wächst mehrjährig und meist bis zu einem halben Meter in die Höhe, während die Wurzeln bis zu 50cm in den Boden reichen können. Namensgebend sind seine aufgerichteten, länglichen und spitz zulaufenden Blätter. Am Ende eines schmalen Blütenstiels sitzt ein brauner Blütenkopf, aus dem zarte, weiße Blütenblätter wachsen. Der Spitzwegerich wirkt immunstärkend, entzündungshemmend und antibiotisch, so auch als altes Osttiroler Hausmittel bei Insektenstichen: Ein frisch zerdrücktes Blatt lindert Symptome wie Juckreiz, Entzündung und Schwellung. Auch als Schleimlöser bei Atemwegserkrankungen kann Spitzwegerich helfen. 

Heilkräuter in Osttirol: Der Spitzwegerich zeichnet sich durch einen schmalen Blütenstiel und einem braunen Blütenkopf aus, aus dem zarte weiße Blütenblätter wachsen.
Gut fürs Immunsystem, stark gegen Entzündungen: der Spitzwegerich.

2. Die Brennnessel (Urtica)

Allgemein gilt: Wo viele Brennnesseln, da ein nahrhafter, stickstoffreicher Boden. Kein Wunder, dass man Brennnesseln in ganz Osttirol findet! Meist wegen des schmerzhaften Nesselausschlags bekannt, den eine Berührung mit den Brennhaaren einer Brennnessel auslöst, bleiben die Fähigkeiten der Pflanze häufig unerkannt. Die Brennnessel kann Wuchshöhen von bis zu 3 Meter erreichen und einjährig oder mehrjährig wachsen. Meist als Tee, Suppe oder Frühjahrskost konsumiert, wirkt die Brennnessel gegen Rheuma, Gicht, Gallen- und Leberbeschwerden. Auch die Verdauung und der Stoffwechsel profitieren von den Wirkstoffen der krautigen Pflanze.  

Unsere Empfehlung: Brennnesselbrot selbst gemacht 

Heilkräuter in Osttirol: Mit ihren sattgrünen zackigen Blättern und den feinen Brennhaaren ist die Brennnessel ein häufig gesehenes Kraut in Osttirol
Als stille Zeugin von nahrhaften Böden wächst die Brennnessel an vielen Orten in Osttirol!

3. Die Taubnessel (Lamium)

Ähnlich, aber doch ein wenig anders ist die Taubnessel – den kleinen aber feinen Unterschied haben wir Kinder aus Osttirol schon früh kennengelernt: Im Gegensatz zur Brennnessel hat die Taubnessel keine Brennhaare, dafür besitzt sie kleine weiße Blüten zwischen den Blättern rund um den Stängel, die süßen Nektar verstecken. Als Heilkraut eingesetzt, kann die Taubnessel bei Harnwegsinfekten und Ohrenschmerzen helfen, außerdem wirkt sie hustenlindernd und antibakteriell. Ob frisch als Salat oder getrocknet für Tee – die Blätter sind vielfach einsetzbar, während die Wurzeln etwa zu Suppe verkocht werden können.

Charakteristisch für die Taubnessel sind die weißen Blüten zwischen den Grünen Blättern.
Die kleinen, weißen Blüten lassen erkennen, dass es sich um Taubnesseln handelt.

4. Der Sauerampfer (Rumex acetosa)

Das Knöterichgewächs ist ausdauernd von Ende Mai bis August auf unseren Feldern zu finden, und das gar nicht schwer: Es kann bis zu einem Meter in die Höhe ragen! Durch die rötlichen Blüten und die länglichen Blätter erkennt man den Sauerampfer sofort im umliegenden Grün. Und auch der Name kommt nicht von ungefähr: Die sauren Blätter enthalten Oxalsäure, außerdem ist das Kraut gespickt mit Vitamin C, Kalium und Eisen. Schon Generationen von Osttiroler Kräuterkenner:innen wissen um die blutreinigenden und immunstärkenden Kräfte der Sauerampfer. Die harntreibende Wirkung regt die Verdauung an und in Maßen kann die Pflanze zur Unterstützung der Leber- und Nierenfunktion verspeist werden. 

Heilkräuter in Osttirol: Sauerampfer heben sich von grünen Feldern anhand ihrer roten Spitzen gut ab.
Vitamin C, Kalium, Eisen und Oxalsäure – der Sauerampfer ist ein echtes Powerkraut auf Osttirols Feldern.

5. Die Schafgarbe (Achillea millefolium)

Alljährlich ziert auch die Gemeine Schafgarbe Osttirols Wiesen, sie ist eine mehrjährige Pflanze, die zur Familie der Korbblütler gehört. Besonders zwischen Mai und Juli leuchten ihre zu dichten Dolden angeordneten kleinen Blüten in Weiß und Rosa aus dem satten Grün heraus. Als Tee oder Suppengewürz verwendet, wirken die jungen Blätter der Schafgarbe krampflösend und entzündungshemmend, außerdem regen ihre Stoffe die Verdauung an und können Menstruationsbeschwerden lindern. Auch ein Kraut für die Haut – Schafgarbe kann bei der Wundheilung angewandt werden und zu einer verbesserten Hautgesundheit verhelfen.

Dichte, weiße oder rosafarbige Dolden sind das Erkennungsmerkmal der Schafgarbe, die mehrjährig auf Osttirols Wiesen und Feldern wächst.
Gut für den Bauch – ob krampflösend oder förderlich für die Verdauung: die Schafgarbe hat so manche Kraft in sich.

6. Rotklee (Trifolium pratens)

Die meist dreiblättrigen, hin und wieder auch vierblättrigen Kleeblätter sind weit verbreitete Heilkräuter in Osttirol – sie wachsen auf vielen Wiesen und Feldern und können dabei bis zu 30cm hoch werden. Die purpurroten bis violetten Schmetterlingsblüten fungieren als wahrer Hingucker – das finden auch die nektarsammelnden Bienen und Hummeln! Der Rotklee trägt entzündungshemmende, antioxidative und hormonregulierende Wirkstoffe in sich. Als Tee oder in Kräutersalz zu sich genommen, kann es den Kreislauf anregen und durch die enthaltenen Phytoöstrogene Beschwerden der Menopause lindern sowie die Knochengesundheit fördern. Als äußerlicher Umschlag oder Wickel kann die Wundheilung vorangetrieben und Hauterkrankungen behandelt werden. 

Tee aus Rotklee: Eine handvoll Blütenköpfchen in eine etwas größere Tasse füllen, diese mit heißem Wasser übergießen und für 10 Minuten ziehen lassen. Anschließend den Tee abseihen und nach Belieben mit Honig süßen. 

Klein, rund, mit violettem Blütenstand an dünnen Stielen verziert mit typischen Kleeblättern: das Rotklee.
Vielseitig einsetzbar ist der Rotklee, ob als Umschlag, Tee oder im Kräutersalz.

7. Das (echte) Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Goldgelb leuchtend machen die fünf Blütenblätter des Johanniskrauts auf sich aufmerksam und erst bei näherem Hinsehen erkennt man winzige, rötlich-braune Punkte. Es wächst im Frühsommer von Juni bis August und kann zwischen 15 cm und einem Meter hoch werden. Von heimischen Kräuterkennerinnen häufig auch als „Universalkraut“ bezeichnet, findet die Pflanze Anwendung in vielerlei Hinsicht: Besonders bekannt ist der Einsatz von Johanniskraut als Beruhigungsmittel und Antidepressivum, aber auch gegen Schlafstörungen und Wetterfühligkeit wird es verwendet.  

Als Erkennungshilfe beim Sammeln von Johanniskraut können die Knospen oder Blüten zerrieben werden. Tritt dabei Hypericin („Johannisblut“) aus, das die Finger rötlich färbt, so ist es Johanniskraut. 

Achtung! Das Echte Johanniskraut kann leicht mit dem Jakobs-Greiskraut verwechselt werden, welches giftig ist.  

Das Johanniskraut strahlt mit knallgelben Blüten aus dem Grün der Wiese.
Das Johanniskraut kann vielseitig verwendet werden – daher auch die Bezeichnung als „Universalkraut“.

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