Carolina Trauner

18. Juni 2019

Herz-Jesu Bergfeuer – beeindruckendes Spektakel

Der alte Brauch verzaubert jedes Jahr aufs Neue die Bergketten Osttirols. Auf den Hängen der heimischen Berggipfel erleuchten am Herz-Jesu Wochenende jährlich die traditionellen und faszinierenden Bergfeuer. Sie zeichnen die Bergspitzen nach, lassen Symbole der Heimatverbundenheit und Christliche Zeichen erstrahlen. Entzündet werden die Feuer jedes Jahr am 3. Sonntag nach Pfingsten, entweder am Samstag oder Sonntag des Herz-Jesu Wochenendes.

Historischer Hintergrund der Herz-Jesu Bergfeuer

Der Brauch der Herz-Jesu Feuer ist auf die früheren Sonnwendfeuer bzw. Johannisfeuer aus vorchristlicher Zeit zurückzuführen. Erst 1796, angesichts der drohenden Kriegsgefahr durch Napoleon, dessen Heer samt Verbündeten an den Grenzen der Alpen stand, wurden die Feuer in ein christliches Herz-Jesu Gelöbnis umgedeutet. Am 1. Juni des gleichen Jahres, beschloss der Tiroler Landtag das Land dem „Heiligsten Herzen Jesu“ anzuvertrauen und so göttlichen Beistand im Krieg zu erhalten. Als daraufhin Andreas Hofers Truppen in der Schlacht gegen die Franzosen und Bayern überraschend siegten, wurde der Herz-Jesu Sonntag zum hohen Feiertag und die Herz-Jesu Feuer zu einer langjährigen Tradition in ganz Tirol.

Alter Brauch wird immer noch mit Begeisterung gelebt

Die Tradition des Herz-Jesu-Sonntags wird auch heute noch gepflegt. In vielen Gemeinden Tirols, erstrahlen alljährlich die traditionellen Bergfeuer.
Bei entsprechender Witterung werden auch dieses Jahr wieder rund 2.500 Einzelfeuer auf den markanten Bergrücken Osttirols entzündet. Dieses schöne Spektakel ist weithin in den Tälern zu sehen und lockt jedes Jahr zahlreiche Interessierte an. Neben den beeindruckenden, beleuchteten Bergpanoramen, kann man vielerorts auch noch den Klängen der heimischen Musikkapellen lauschen. Denn die Herz-Jesu Konzerte runden das gesamte Festwochenende musikalisch ab. In Kartitsch kann man nicht nur die wunderbaren Feuer am Berg betrachten, sondern auch die wunderschöne Häuserbeleuchtung mit den vielen kunstvollen Fensterbildern und Leuchtzeichen, die das gesamte Ortsbild in festliche Stimmung tauchen. Am Sonntag finden dann in allen Gemeinden feierliche Prozessionen zu Ehren des Festes statt.

Das Entzünden der Feuer

Die Vorbereitungen für die aufwendigen Feuer laufen schon einige Wochen vor dem Fest. Die Kerzen werden meist aus privater Initiative, von vielen verschiedenen Gruppen und Vereinen gegossen, anschließend mit mühseliger Arbeit auf den Berg getragen und dort zu den vorher ausgemessen Symbolen angeordnet. Mit dem Einbruch der Dunkelheit werden dann alle Feuer gleichzeitig entzündet.

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