Elena Wibmer

10. August 2020

Theresa Rogl – Kochkünste, die die ganze Welt begeistern

Erfolgreich, kreativ, leidenschaftlich. Blutjung und schon jetzt eine der ganz Großen in der Gastronomie. Die Rede ist von der 23-jährigen Theresa Rogl aus Kals am Großglockner. Ich habe mich mit der Staatsmeisterin und Bronzemedaillengewinnerin der Jungkoch-WM getroffen, um einen Blick hinter ihren beeindruckenden Werdegang zu werfen und mehr darüber zu erfahren, wie sie mit ihren Kochkünsten die ganze Welt begeistert.

„Ich wollte zu den Menschen mit den weißen Anzügen gehören“

Hmm, zu den Leuten mit den weißen Anzügen? Ärztin? Apothekerin? Forscherin oder doch Chemikerin? Die junge Kalserin hörte auf ihr Herz und folgte ihrer Leidenschaft – dem Kochen. Und das mit großem Erfolg. Das Wissen hätte Theresa auf alle Fälle auch für alle anderen Berufsfelder gehabt. So schloss sie auch die dreijährige Hotelfachschule in Lienz mit gutem Erfolg und im Anschluss die Lehrabschlussprüfung zur Köchin mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Lernen fiel der Kalserin schon immer leicht. Dies war auch der Grund, warum sie sich nach dem Abschluss der dreijährigen Hotelfachschule für den Aufbaulehrgang mit Schwerpunkt Tourismus und Marketing in St. Wolfgang entschied. Die Umgebung, die Kolleginnen und Kollegen – es schien eigentlich alles zu passen. Doch was nicht passte, war tief im Herzen versteckt.

„Ich nutzte damals jede Möglichkeit, um in ein Küchenfenster hineinzuschauen und wollte unbedingt zu den Menschen in den weißen Anzügen gehören. Die Vorstellung, Teil eines Küchenteams zu sein, jeden Tag in eine Kochjacke zu schlüpfen und gemeinsam mit dem Team Gas zu geben und Großes zu erreichen, machte mich damals wie auch heute glücklich. Ich wollte etwas erschaffen, inspirierende Gerichte zaubern, interessante Menschen kennenlernen und neue Produkte ausprobieren – kurzgesagt: ich wollte Köchin werden.“

Voller Tatendrang und bereit die Kochszene zu revolutionieren, startete sie nach einem Jahr Aufbaulehrgang im Gradonna Mountain Resort in Kals am Großglockner eine Lehre zur Köchin. Es war der Anfang einer Erfolgsgeschichte

Eine Berufung

Bereits als kleines Kind war Thersa ihrer Mama beim Kochen und Backen als tatkräftige Unterstützung gerne behilflich. Mit der Eröffnung des elterlichen Betriebes im Jahr 2007 – dem Braugasthof Glocknerblick in Kals am Großglockner – wurde ihr Wunsch, in dasselbe Berufsfeld einzusteigen, bestärkt. Jedoch war es nicht die klassische 08/15 Geschichte, die man sich nun erwartet. Es war für Theresa nicht von klein an klar, Köchin zu werden. Der Tourismus an sich schien ein attraktives Berufsfeld für die Kalserin zu sein, aber der Traum einer Kochkarriere entstand erst während ihrer Zeit in St. Wolfgang, mit dem Entschluss eine Kochlehre zu beginnen. Seitjeher wurde der Traum immer größer und schließlich fühlte es sich nicht nur wie ein Job oder ein Hobby an, sondern viel mehr wie eine Berufung. Es mag aber sehr wohl sein, dass es unbewusst und tief im Herzen schon viel früher klar war, dass Theresa eines Tages eine erfolgreiche Köchin wird.

Bestimmt haben auch einige Erfahrungen im Zuge ihrer bisherigen Laufbahn dazu beigetragen, den Weg in Richtung Tourismus einzuschlagen. Während der Schulzeit an der Hotelfachschule Lienz waren es neben Ausbildungen wie Jungsommelier und Kaffeekenner, vor allem die Kochlehrer, die sie und ihre Mitschülerinnen und Mitschüler prägten. Darunter die Haubenköche aus der Region Hans-Peter Sander vom Hotel Gasthof Tirolerhof und Ernst Moser vom Restaurant-Pizzeria Saluti, die ihr das Kochhandwerk und die Liebe zum Kochen näherbrachten. Weitere unterschiedliche Persönlichkeiten und Erlebnisse prägten die 23-Jährige, jedoch hörte sie schließlich immer auf ihr inneres Gefühl und folgte ihrem Herzen – das Erfolgsrezept scheint auf alle Fälle zu funktionieren. So will die Jungköchin diesen Tipp auch anderen mitgeben:

„Nur wenn man etwas auch gerne tut, kann man darin auch wirklich erfolgreich sein. Ich bin einfach froh, meine Leidenschaft gefunden zu haben und sie nun tagtäglich verfolgen zu können.“

Der Beginn einer Erfolgsgeschichte

Bereits während der Lehrzeit konnte Theresa einige Erfolge absahnen. Der Start ihrer Erfolgsgeschichte war mit dem Leistungsabzeichen besiegelt. Ihr Talent erkannte nicht nur die damalige Jury, sondern auch Talentscouts wurden schnell auf sie aufmerksam. So wurde sie kurz darauf auch Landesmeisterin und zahlreiche weitere Erfolge reihten sich daran. Auf die Frage, was sie so weit brachte, antwortet die Jungköchin prompt: pure Leidenschaft. Mit viel Hingabe und Liebe fürs Detail verzaubert sie die Gäste über die Sommermonate im elterlichen Betrieb – dem Braugasthof Glocknerblick – in Arnig in Kals am Großglockner. In den Wintermonaten sammelt sie in unterschiedlichen Betrieben Erfahrungen. Zuvor war sie im Naturhotel Forsthofgut als Chef de Partie tätig.

Theresa Rogl: Staatsmeistertitel und Bronzemedaille bei Koch-WM

Im zarten Alter von 22 Jahren konnte sich die Kalserin bereits als Staatsmeisterin bezeichnen. Im Frühjahr 2019 wurde die begeisterte Köchin bei der GAST in Klagenfurt zur österreichischen Staatsmeisterin der Jungköche ernannt und qualifizierte sich somit für die Weltmeisterschaft der Jungköche, die im September 2019 in Calgary über die Bühne ging.

Dort galt es sich von 20 weiteren Nationen abzuheben und die 15 Jurymitglieder zu überzeugen – die besten drei Jungköche sollten im Anschluss gekürt werden. Innerhalb von 4 Stunden sollte aus einer für alle gleichen Blackbox und Grundprodukten ein 3-Gänge-Menü für 5 Personen gezaubert werden. Dabei galt es laut Theresa, Menü und Ablauf zu schreiben, raffiniert zu kombinieren und dann so schnell wie möglich in die Küche zu gehen, wo man versucht, sich rasch zurechtzufinden und natürlich sein Bestes zu geben.

Schließlich ergatterte Theresa bei der Young Chefs World Competition der Chaine des Rotisseurs in Calgary hinter Kanada und dem United Kingdom für Österreich sensationell den dritten Platz.

„Ich hatte während dem Kochen ein gutes Gefühl. Jedoch hätte ich mir nicht mal erträumen können, dass unter so vielen Nationen tatsächlich mein Heimatland Österreich unter den Top 3 aufgerufen wird“, erzählt mir Theresa von ihren Erfahrungen bei der Koch-WM.

Alles geben, nur nicht auf

Sobald irgendwo um die Wette gekocht wird, kann man mit der jungen Kalserin wohl rechnen. Ganz nach dem Motto „Alles geben, nur nicht auf“ hat die junge Kalserin noch viel vor. So hat sie bereits die EuroSkills als nächstes Ziel ins Auge gefasst. Dabei gilt es, die Jury nicht nur durch eine hervorragende Kochleistung, sondern auch durch beeindruckende Soft Skills zu überzeugen. Auch die Weltmeisterschaft mit dem Jungnationalteam steht auf der To-do-Liste.

Ich bin auf alle Fälle schon gespannt auf alles was noch kommt und werde Theresas weitere Laufbahn gespannt mitverfolgen. Ich bin überzeugt davon, dass noch viele tolle Geschichten folgen werden und wünsche Theresa bei all ihren Vorhaben alles erdenklich Gute!

Wer sich selbst von den Kochkünsten der erfolgreichen Jungköchin überzeugen möchte, schaut am besten im Gasthof Glocknerblick in Kals vorbei – dort verzaubert sie die Gäste derzeit im elterlichen Betrieb.