Wonach suchst du?

Wenn die Ergebnisse der automatischen Vervollständigung verfügbar sind, benutze die Pfeile nach oben und unten, um sie zu überprüfen, und die Eingabetaste, um die gewünschte Seite aufzurufen. Nutzer von Touch-Geräten können durch Berührung oder mit Wischgesten suchen.
zurück
Osttiroler Abenteuer

Wintermomente, die bleiben

Wintermomente, die bleiben
© TVB Osttirol / Lisa Feucht / Abenteuermomente

Manchmal wünscht man sich, die Zeit einfach anhalten zu können. Einen Augenblick einzufrieren, um ihn noch ein bisschen länger zu genießen. Wenn die ersten Schneeflocken lautlos vom Himmel fallen, die Berge langsam unter einer weißen Decke verschwinden und die Welt für einen Moment stillzustehen scheint, wird dieser Wunsch plötzlich Wirklichkeit. Zumindest fühlt es sich so an. Es sind genau diese Augenblicke, die in einem Liebesbrief an den Winter ihren Platz finden würden.

Denn der Winter in Osttirol hat eine ganz besondere Art, die Zeit vergessen zu lassen. Er steckt voller kleiner Augenblicke, die viel zu schnell vergehen und doch lange in Erinnerung bleiben. Augenblicke, nach denen man sich jedes Jahr aufs Neue sehnt und die man am liebsten für immer festhalten würde. Könnte man all diese Erinnerungen in Worte fassen und daraus einen Liebesbrief an den Winter schreiben, wären es wohl vor allem die folgenden Momente, die darin ihren Platz finden würden.

Weite, schneebedeckte Berglandschaft beim Bösen Weibele in Osttirol mit Skitourenspuren im Vordergrund und dem Großglockner unter blauem Winterhimmel.

Wo die Zeit für einen Moment stillsteht

Es gibt Tage, an denen scheint der Winter die Welt einfach auf Pause zu stellen. Wenn dicke Schneeflocken vom Himmel fallen, werden selbst die vertrautesten Geräusche plötzlich ganz leise. Besonders spürbar wird das beim Winterwandern in Kartitsch, Österreichs erstem Winterwanderdorf. Beim Spaziergang durch die verschneiten Wälder ist oft nur das leise Knirschen des Schnees unter den Schuhen zu hören. Ab und zu fällt Schnee von einem Ast, manchmal zwitschert ein Vogel. Ansonsten ist es still. Eine Stille, die man beinahe greifen kann.

Und mit jedem Schritt tiefer in die verschneite Winterlandschaft scheint der Alltag ein Stück weiter wegzurücken. Kein Termindruck, keine Eile. Nur die klare Winterluft und das Gefühl, genau im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein. Vielleicht ist es genau diese besondere Stille, die man am Winter so liebt. Wenn die Welt für einen Augenblick langsamer wird, die ersten eigenen Spuren im frischen Schnee zurückbleiben und man merkt, wie schön es sein kann, einfach nur da zu sein.

Zwei Personen beim Winterwandern auf einem verschneiten Waldweg in Kals am Großglockner in Osttirol

Von gefrorenen Wimpern und glitzernden Winterwundern

Und dann gibt es diese klirrend kalten Wintermorgen, an denen selbst die Wimpern langsam gefrieren. Wenn jeder Atemzug kleine weiße Wolken zeichnet und die Kälte die Wangen rosig färbt.

Wer an solchen Tagen in Obertilliach auf den Langlaufskiern durch die verschneite Landschaft gleitet, entdeckt den Winter von einer seiner schönsten Seiten. Die Ski gleiten beinahe lautlos durch die frisch präparierte Loipe, die Stöcke setzen im gleichmäßigen Rhythmus auf und mit jedem Schritt wird einem ein bisschen wärmer. Während die kalte Winterluft noch auf den Wangen prickelt, findet der Körper langsam seinen eigenen Rhythmus.

Und ringsherum glitzert es, wohin das Auge reicht. Auf den schneebedeckten Wiesen funkeln unzählige Eiskristalle im Sonnenlicht. Fast so, als hätte der Winter die Landschaft mit tausenden kleinen Diamanten übersät. Am liebsten würde man einfach immer weitergleiten. Noch eine Runde drehen, noch ein bisschen länger dieses besondere Zusammenspiel aus Bewegung und Stille genießen. Und vielleicht zwischendurch doch einmal stehen bleiben, um die unzähligen Schneekristalle zu bewundern, die im Sonnenlicht funkeln. Denn wann nimmt man sich sonst schon die Zeit, die kleinen Wunder des Winters so bewusst wahrzunehmen?

Zwei Personen beim Langlaufen auf einer verschneiten Loipe durch einen Winterwald in Innervillgraten in Osttirol

Von den ersten Schwüngen und dem Gefühl von Freiheit

So sehr man die klirrend kalten Wintertage auch liebt, auf einen Moment freut man sich jedes Jahr ganz besonders: den ersten Skitag der Saison. Endlich wieder auf den Ski stehen, die ersten Schwünge ziehen und dieses vertraute Gefühl spüren, wenn die Kanten durch den Schnee gleiten. Anfangs vielleicht noch ein wenig ungewohnt, doch schon nach den ersten Kurven ist es wieder da. Dieses Gefühl von Leichtigkeit, wenn die Ski beinahe wie von selbst über die Piste gleiten. Der Fahrtwind streicht über das Gesicht, die verschneiten Berge ziehen am Blick vorbei und mit jedem Schwung wird der Kopf ein bisschen freier. Für einen Augenblick zählt nichts anderes als die nächste Kurve und die Freude, endlich wieder auf den Ski zu stehen.

Beim Skifahren auf dem Zettersfeld ist es nicht nur das Gefühl auf den Ski, das man am liebsten festhalten würde. Auch der Blick auf die schneebedeckten Lienzer Dolomiten lässt einen immer wieder staunen. Zwischen zwei Abfahrten einfach kurz stehen bleiben, den Blick über die imposanten Gipfel schweifen lassen und die Weite genießen. Noch klingt das Gefühl der letzten Schwünge nach, während die Vorfreude auf die nächste Abfahrt schon wieder wächst. Und plötzlich weiß man wieder ganz genau, warum man sich den ganzen Sommer über auf diesen Moment gefreut hat.

Drei Personen stehen mit Ski auf einer verschneiten Piste am Zettersfeld in Lienz und genießen den Blick auf die schneebedeckten Lienzer Dolomiten.

Wenn das Herz ein bisschen schneller schlägt

Doch der Winter kann nicht nur still und sanft. Manchmal steckt in ihm auch dieses unvergleichliche Gefühl von Freiheit und Abenteuer. Etwa bei einer Skitour im Defereggental, mitten in der Osttiroler Bergwelt. Wenn die Felle unter den Ski bei jedem Schritt leise über den Schnee gleiten und mit jedem Höhenmeter der Blick weiter wird. Der Aufstieg verlangt Kraft, doch die Vorfreude auf das, was oben wartet, wächst mit jedem Schritt.

Und dann ist er da, dieser besondere Gipfelmoment. Einmal tief durchatmen. Den Blick über die verschneiten Gipfel schweifen lassen. Die Weite genießen und für einen Augenblick alles andere vergessen. Nach dem stillen Aufstieg folgt die Abfahrt. Für ein paar Minuten gibt es nur noch die nächste Kurve, den Schnee unter den Ski und das Gefühl, ganz im Moment zu sein.

Natürlich gehören zu solchen Winterabenteuern auch Erfahrung, die richtigen Bedingungen und ein bewusster Umgang mit den Gefahren im freien Gelände. Doch gerade der Wechsel zwischen dem ruhigen Aufstieg und der lebendigen Abfahrt macht das Tourengehen so besonders. Oben die Stille, bergab das Gefühl von Freiheit. Es sind genau diese Gegensätze, die den Winter so besonders machen und die in keinem Liebesbrief an ihn fehlen dürften.

Zwei Skitourengeher mit Ski am Rucksack steigen über einen schneebedeckten Grat an der Roten Wand im Defereggental in Osttirol auf.

Ein Liebesbrief an die verschneiten Berge

Manchmal genügt aber auch ein einziger Blick, um sich wieder neu in den Winter zu verlieben.

Etwa in Kals am Großglockner, mitten im Nationalpark Hohe Tauern. Wenn sich die mächtigen, schroffen Gipfel unter einer Schicht aus Schnee zeigen, entsteht ein Anblick, der jedes Jahr aufs Neue fasziniert. Dunkle Felswände treffen auf weiche Schneeflächen, scharfe Bergkanten verschwinden stellenweise unter sanften weißen Konturen. Gerade dieser Kontrast macht die Osttiroler Bergwelt im Winter so besonders. Das Zusammenspiel aus Licht und Schatten, aus dunklem Fels und strahlendem Weiß. Und darüber ein Himmel, der an klaren Wintertagen kaum blauer sein könnte.

Ein Anblick, den man am liebsten wie ein Foto im Kopf festhalten würde. Und vielleicht ein weiterer Grund, warum dieser Liebesbrief an den Winter jedes Jahr ein bisschen länger wird.

Fünf Personen wandern mit Schneeschuhen durch eine tief verschneite Berglandschaft im Nationalpark Hohe Tauern in Osttirol, mit dem Großglockner im Hintergrund.

Was vom Winter im Herzen bleibt

Es sind oft die kleinen Augenblicke, die einem besonders lange in Erinnerung bleiben. Das leise Knirschen der Schritte im verschneiten Wald. Die gefrorenen Wimpern an einem klirrend kalten Morgen. Dieses vertraute Gefühl von Freiheit bei den ersten Schwüngen auf der Piste. Das Kribbeln vor einer Tiefschneeabfahrt und die wohlige Wärme, wenn man nach einem langen Wintertag in eine gemütliche Hütte einkehrt.

Vielleicht ist es genau das, was den Winter so besonders macht: dass er uns jedes Jahr aufs Neue verzaubert und Erinnerungen hinterlässt, die noch lange ein warmes Gefühl im Herzen wecken. Erinnerungen, mit denen auch die Sehnsucht nach dem Winter in Osttirol immer wieder wächst. Nach all den kleinen und großen Augenblicken, die so besonders sind, dass ein einziger Liebesbrief an den Winter wohl kaum ausreichen würde, um sie alle in Worte zu fassen.

Und während man noch an all diese Momente zurückdenkt, wächst sie schon wieder: die Vorfreude auf den nächsten Winter.

0 0 Bewertungen
Bewertung

Hinterlasse dein Feedback

guest
0 Kommentare
Neueste
Älteste Reaktionen
Secret Link